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Konsumgüter

Wella Haar-Model

Procter & Gamble gibt Coty den Vorzug

Reimanns schnappen Henkel Wella weg

Stand: 09.07.2015, 16:39 Uhr

Der Haarpflege-Hersteller Wella wechselt den Friseur: Procter & Gamble veräußert Wella zusammen mit anderen Marken an die deutsche Milliardärsfamilie Reimann.

Dem deutschen Konsumgüterkonzern Henkel war in den Medien ein großes Interesse an Wella nachgesagt worden. Doch offenbar wollten die Düsseldorfer die anderen Pflege- und Duftmarken von Procter & Gamble, die zum Verkauf standen, nicht übernehmen. Dies sei ein Grund, warum Henkel im Bieterrennen gegenüber dem US-Konzern Coty unterlag, glauben Insider. Bereits Mitte Juni hatte sich angedeutet, dass Coty der bevorzugte Bieter sein würde.

Coty kauft 43 Beauty-Marken von P&G

Der von der deutschen Milliardärsfamilie Reimann kontrollierte Konzern erwirbt insgesamt 43 Pflege- und Duftmarken von Procter & Gamble. Damit vergrößern die Reimanns ihr Imperium weiter. 2014 hatten sie für fünf Milliarden Dollar das Kaffeegeschäft des US-Konzerns Mondelez mit der bekannten Marke Jacobs übernommen.

Procter & Gamble dagegen verschlankt sich weiter. Der Hersteller von Pampers-Windeln, Gillette-Rasierern und Ariel-Waschmittel hatte im vergangenen Jahr seine Batteriesparte Duracell an den US-Investor Warren Buffett verkauft. Das Geschäft mit der Schönheit wurde im Frühjahr ins Schaufenster gestellt.

Procter & Gamble rechnet mit Milliardengewinn

Aus dem Milliarden-Deal erhofft sich P&G einen Einmalgewinn in Höhe von fünf bis sieben Milliarden Dollar. Einen Teil davon soll an die Aktionäre fließen. In den nächsten vier Jahren will Procter & Gamble bis zu  70 Milliarden Dollar in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen an die Anteilseigner ausschütten.

Die Anleger begrüßen die Milliarden-Transaktion. Die Aktien von Procter & Gamble legen zur Handelseröffnung knapp zwei Prozent zu. Die Titel von Coty geben dagegen über fünf Prozent nach. Die Papiere von Henkel steigen um knapp zwei Prozent.

nb

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