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Indexänderungen

Logos von Dax MDax TexDax SDax stehen auf einer Stuhlreihe

Arbeitskreis berät

ProSieben bald im Dax?

Stand: 03.03.2016, 11:26 Uhr

Muss K+S den Dax verlassen und den Platz für das Medienunternehmen ProSiebenSat1 räumen? Und welche Veränderungen gibt es in der zweiten Reihe? Darüber berät heute der Arbeitskreis Aktienindizes der Frankfurter Börse.

Index-Experte Uwe Streich von der LBBW ist sich sicher: Nach siebeneinhalb Jahren in der ersten Börsenliga ist der Abstieg von K+S in den MDax so gut wie besiegelt. Denn die Aktie hat offenbar den rettenden 45. Platz in der Dax-Rangliste der Marktkapitalisierung im Februar nicht mehr erreicht. Damit erfüllt sie nicht länger die Voraussetzunge für einen Verbleib im Dax.

Der Rückstand der K+S-Aktie in punkto Börsenwert sei so groß, dass er nicht mehr aufgeholt werden dürfte, so Streich. Den frei werdenden Platz wird wahrscheinlich Prosieben einnehmen. Der Münchener Fernsehkonzern wird nach aktuellem Stand auf Platz 24 in den Dax einziehen. Die Veränderungen treten am Abend des März-Verfalls in Kraft, also zum Xetra-Handelsschluss am 18. März. Die Dax-Zusammensetzung wird also ab Montag, 21. März anders aussehen.

Schon länger in den Startlöchern

Tatsächlich steht ProSieben schon länger in den Startlöchern für eine Aufnahme in den deutschen Leitindex. Dabei ist die Klettertour, die das Papier des Fernsehunternehmens seit seinem Rekordtief von 0,88 Euro im Jahr 2009 eingeschlagen hat, atemberaubend: Das Kursplus beläuft sich seit damals auf aktuell mehr als 5.100 Prozent. In der gleichen Zeit hat K+S fast drei Viertel seines Börsenwertes eingebüßt, rauschte das Papier doch von gut 90 Euro Mitte 2008 auf zuletzt 20 Euro ab.

Zu dem voraussichtlich baldigen MDax-Mitglied K+S dürfte sich ein weiterer Neuling gesellen: der seit Dezember an der Frankfurter Börse notierte Möbelhändler Steinhoff. Mit Blick auf den am Streubesitz orientierten Börsenwert in Höhe von bald 20 Milliarden Euro hat die Aktie sogar das Potenzial zu einem künftigen Dax-Aufsteiger. Doch da das Unternehmen seinen wirtschaftlichen Sitz im südafrikanischen Johannesburg hat und dort der Löwenanteil des Börsenumsatzes gemacht wird, "ist eine Dax-Mitgliedschaft noch in weiter Ferne", so Streich.

Klöckner und ElringKlinger in den SDax?

Aufrücken wird wohl auch die Büroimmobilienfirma Alstria Office, die mit etwa 0,9 Prozent Anteil den 40. Platz im MDax belegen dürfte. Zwar hat die Börse außerhalb des Dax Spielraum und muss sich nicht streng an die Kriterien Marktkapitalisierung und Handelsumsatz halten. Steinhoff und Alstria erfüllen die Kriterien aber so überzeugend, dass sie höchstwahrscheinlich die Aktien des Stahlhändlers Klöckner & Co sowie die des Autozulieferers ElringKlinger in den SDax verdrängen werden, glauben Experten.

Auch der Autozulieferer Schaeffler gilt als potentieller Aufstiegskandidat in den MDax, wo er das Stahlunternehmen Salzgitter verdrängen könnte. Es gibt aber auch Überlegungen, Schaeffler als eine Art Reservetitel im SDax zu belassen, weil im MDax schon bald nach der März-Anpassung ein weiterer Neuling benötigt werden könnte. Denn Wincor-Nixdorf wird gerade von Diebold übernommen. Mit dem Vollzug dieses Kaufs wird dann ein weiterer Platz frei.

SDax wird auch aufgemischt

All dieser Wirbel mischt auch den SDax kräftig auf, auf den zudem noch bis zu drei weitere Neuaufnahmen zukommen könnten: Die beiden Index-Experten sehen noch den Versicherer W&W, die Container-Reederei Hapag-Lloyd und womöglich auch Washtec, einen Autowaschstraßen-Bauer, im Index der kleineren Werte. Als abstiegsgefährdet gelten neben MLP und Sixt Leasing auch Hornbach Baumarkt und Schaltbau.

Schaeffler VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
14,80
Differenz absolut
0,55
Differenz relativ
+3,86%

Im TecDax konnte der IT-Dienstleister QSC den Abstieg zuletzt noch haarscharf vermeiden. Das könnte ihm trotz schwacher Marktkapitalisierung auch dieses Mal gelingen. Zwar steht mit SLM Solutions ein relativ großer Titel als Ersatz bereit. Gegen einen Aufstieg sprechen aber die niedrigen Börsenumsätze des Herstellers von 3D-Druckern.

lg

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