Rote Prada-Handtasche mit Lammfell und Kalbsleder

Sanierung dauert länger - Prada-Aktie rutscht ab Prada - teuflisch schlecht

Stand: 11.09.2017, 13:29 Uhr

Luxus ist wieder im Kommen. LVMH, Hermès oder Kering und sein Luxuslabel Gucci - alle großen Namen der Luxusbranche erstrahlen wieder. Nur Prada nicht. Was läuft da falsch?

Der italienische Luxuskonzern steckt in einer tiefen Krise. Das besonders für seine Handtaschen und Schuhe bekannte Luxus-Lederwarenunternehmensweiter hat vor allem der Niedergang der Nachfrage in Asien getroffen, wo Prada mehr als die Hälfte seiner Umsätze erwirtschaftet. Den Konzern traf es härter als ander Luxuskonzerne. Prada steuerte gegen, schloss Läden, übte eine strenge Kostenkontrolle, investierte endlich stärker in den Online-Verkauf.

Aber Besserung ist nicht in Sicht, die Trendwende lässt auf sich warten. Trotz Sanierungskurs schwinden Umsätze wie Gewinne weiter.

Reißverschluss mit Prada Milano-Schriftzug

Altes Nylon wiederentdeckt - und mit Fell garniert: die neue Prada-Taschen-Kollektion. | Bildquelle: Prada

Prada: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
2,75
Differenz relativ
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Vor einem Jahr hatte der Traditionskonzern aus Mailand zwar voreilig 2016 zum Übergangsjahr erklärt und für 2017 für seine Trendwende angekündigt. Doch im ersten Halbjahr gelang sie noch nicht. Prada-Chef Patrizio Bertelli wagt nun nicht einmal mehr, einen Zeitpunkt für den erhofften Umschwung zu nennen, zu massiv der Gewinneinbruch im ersten Halbjahr. Der Überschuss sank um 18 Prozent auf 116 Millionen Euro. Ein Grund waren höhere Kosten für die Neuausrichtung.

Aber auch die Verkäufe sind noch mau. Die Erlöse sanken um sechs Prozent. Der Konzern, zu dem unter anderen die Marken Miu Miu und Church's gehören, warnte nun anlässlich der Halbjahreszahlen, dass die Sanierung länger dauern werde als erwartet.

Die in Hongkong notierte Aktie des Luxuskonzerns brach daraufhin am Freitag ein. Heute ging es am Börsenplatz Tradegate 12 Prozent abwärts bis auf 2,59 Euro. Innerhalb von vier Jahren hat das Unternehmen zwei Drittel an Börsenwert verloren. 2013 hatte der Kurs zeitweise bei 8,35 Euro gelegen.

Auch viele andere Luxus-Aktien hatten in den letzten Jahren zu leiden. Allerdings konnten sich Unternehmen wie LVMH, Hermès, Kering, Dior (wird gerade von LVMH übernommen) oder Burberry wieder erholen. Analysten sagen, dass es Pradas Rivalen besser gelungen sei, neue Kunden mit einem modernen Design zu locken.

bs

Kleiderstange mit verschiedenen Kleidungsstücken

Heiß umkämpfte Modebranche

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