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Biotech-Megafusion?

Onyx lässt Amgen zappeln

Hersteller von Krebsmedikamenten stehen derzeit hoch im Kurs. Das gilt auch für das US-Unternehmen Onyx, das nun vom Konkurrenten Amgen umworben wird. Die Aktie schießt nach oben.

Die Offerte spiegele nicht das Potenzial des Unternehmens wider, erklärte die Biotechfirma aus San Francisco. Laut Firmenchef Anthony Coles hat Onyx auch Angebote von anderen Unternehmen erhalten. Der Konzern habe seine Finanzberater beauftragt, mit weiteren Interessenten Kontakt aufzunehmen.

Andere Partner bevorzugt

"Wir sondieren aktiv das Potenzial der Option, Onyx mit einem anderen Unternehmen zusammenzuführen, um für Onyx-Aktionäre zusätzlichen Wert zu schaffen", so Coles. Bei Amgen aus dem kalifornischen Thousand Oaks war zunächst keine Stellungnahme erhältlich.

Amgen will den Onyx-Aktionären 120 Dollar je Aktie in bar bieten. Das entspricht einem Aufschlag von rund 38 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag, als Onyx-Papiere den Handel mit einem Kurs von 86,82 Dollar beendeten. Der Börsenwert von Onyx liegt aktuell bei rund 6,32 Milliarden Dollar. Dabei hat das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Umsatz von "nur" 362 Millionen Dollar ausgewiesen.

Aktie macht einen Satz

Trotzdem sind viele Anleger davon überzeugt, dass die Onyx-Papiere mehr wert sein könnten als die gebotenen 120 Dollar. Im vorbörslichen New Yorker Handel ist die Aktie jedenfalls gegenüber dem Schlusskurs von Freitag um gut 50 Prozent in die Höhe geschossen. Nach Meinung von Robin Karnauskas von der Deutschen Bank könnte Onyx einem Fusionspartner bis zu 148 Dollar je Aktie wert sein.

Bayer: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Onyx zählt zu den Biotech-Unternehmen, die bereits umsatzstarke Medikamente auf den Markt gebracht haben. Die auf Krebsmedizin spezialisierte Firma arbeitet bereits seit Jahren mit Deutschlands größtem Pharmakonzern Bayer bei den Krebs-Präparaten Nexavar gegen Nieren- und Leberkrebs sowie Stivarga gegen Darmkrebs zusammen. Darüber hinaus hatte Onyx 2012 das Blutkrebsmittel Krypolis auf den Markt gebracht, dem manche Analysten Umsätze von drei Milliarden Dollar zutrauen.

Gute Ergänzung

Nach Ansicht von Analysten würde Onyx gut zu Amgen passen. Besonders das Onyx-Krebspräparat Krypolis könne gut in die Vermarktungs- und Vertriebsstrukturen von Amgen eingegliedert werden, meint Mark Schoenebaum von der ISI Group.

Größere Arzneimittel-Hersteller sondieren aktuell verstärkt den Markt nach geeigneten Zukaufszielen, mit denen sie ihren Nachschub an neuen Medikamenten ausbauen können. Denn derzeit laufen bei vielen großen Pharma-Konzernen Patente umsatzstarker Arzneien aus. Zudem ist der Bedarf an neuen Arzneien in diesem Bereich ist hoch.

Übernahmekarussell dreht sich

Eine Übernahme von Onyx wäre nicht der erste Zusammenschluss auf dem Pharmamarkt in diesem Jahr. Allein im ersten Halbjahr wurden Fusionen und Übernahmen im Volumen von 93,6 Milliarden Dollar auf den Weg gebracht - 30,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Zu den bislang größten Transaktionen zählen die 8,5 Milliarden Dollar schwere Übernahme der Pharma-Firma Warner Chilcott durch den Generika-Produzenten Actavis und der drei Milliarden Dollar teure Kauf von Human Genome Sciences durch den britischen Pharma-Riesen GlaxoSmithKline.

rtr/lg

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