Seitenueberschrift

Konsum

Heineken-Bierflaschen auf einem Transportband

Gemischte Bilanzen der Bierbrauer

Nur Heineken profitiert vom heißen Sommer

Stand: 10.02.2016, 15:00 Uhr

Die großen Bierbrauer entwickeln sich unterschiedlich: Während bei Heineken der Gewinn schäumt, leidet Carlsberg unter der Russland-Krise. Die Fußball-Europameisterschaft lässt für 2016 auf größeren Bierdurst hoffen.

Für Heineken lief das Geschäft mit dem Gerstensaft prächtig. Dank des heißen Sommers in Europa und der wachsenden Nachfrage in Amerika verkauften die Niederländer weltweit 2,3 Prozent mehr Bier. Der Umsatz zog um 6,5 Prozent auf 20,5 Milliarden Euro an - dank des starken US-Dollars.

Heinken punktet besonders in Lateinamerika

In Lateinamerika stießen vor allem die Premium-Biere auf wachsenden Absatz. In Mexiko und Brasilien konnte Heineken höhere Preise durchsetzen. Das wirkte sich positiv auf den Gewinn aus. Unterm Strich (ohne Sondereffekte) verdiente die Nummer drei der Branche 2,05 Milliarden Euro - 16 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Aktionäre sollen an der guten Gewinnentwicklung teilhaben. Ihnen winkt eine um 18 Prozent höhere Dividende von 1,30 Euro je Aktie.

Für 2016 stellt Vorstandschef Jean-Francois van Boxmeer eine weitere Steigerung von Umsatz und Gewinn in Aussicht. Zu Heineken gehören über 250 Bier- und Cidremarken, darunter Strongbow und Amstel.

Rückschlag für Carlsberg

Beim Konkurrenten Carlsberg dagegen schäumte das Geschäft nicht. Der weltweit viertgrößte Bierbrauer verkaufte zwei Prozent weniger Gerstensaft. Zu den Marken von Carlsberg gehören Tuborg, Holsten, Tucher und Kronenbourg. Ohne Zukäufe hätte das Minus gar vier Prozent betragen.

Nur in Asien lief es rund für Carlsberg. "In West- und Osteuropa hatten wir in schwieriges Jahr", gab Vorstandschef Cees t'Hart zu. Vor allem in Russland hatte Carlsberg schwer zu kämpfen mit der zunehmenden Regulierung und der schwachen Konjunktur. Wegen des schwindenden Bierdurst der Russen mussten die Dänen eine Reihe von Brauereien schließen und 2.000 Jobs streichen. Abschreibungen und hohe Kosten für den Konzernumbau drückten Carlsberg in die roten Zahlen. Der operative Verlust vor Steuern lag bei 231 Millionen Euro - nach einem Gewinn von fast 900 Millionen Euro 2015.

Asien größter Hoffnungsträger von Carlsberg

Für das laufende Jahr rechnet Carlsberg-Chef t'Hart mit einem weiteren schwierigen Jahr. Trotz der anstehenden Fußball-EM in Frankreich dürfte der Bierdurst in Westeuropa stagnieren, meint er. In Osteuropa stehe das Geschäft wegen der Russland-Krise weiter unter Druck. Nur in Asien seien die Aussichten positiv. Eine dort wachsende Nachfrage werde das operative Ergebnis im laufenden Jahr um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz antreiben.

Die Anleger zeigen sich darüber erfreut. Die Aktie zieht um über drei Prozent an. Der Kurs von Heineken legt weniger stark zu- um 0,5 Prozent. Auf Ein-Jahres-Sicht liegen die beiden Titel in etwa gleichauf. Sie haben gut 14 Prozent gewonnen.

Mega-Fusion in der Bierbranche

Der Biermarkt ist kräftig in Bewegung. Weltmarktführer Anheuser-Busch InBev will die Nummer zwei der Branche, SAB Miller, für fast 100 Milliarden Euro schlucken. Am Mittwoch kündigte die führende japanische Brauerei Asahi den Kauf der Premiummarken Peroni und Grolsch von SAB Miller an. Die beiden Marken sollen abgestoßen werden, damit die EU-Wettbewerbshüter grünes Licht für den Mega-Zusammenschluss vonb SAB Miller und Anheuser-Busch InBev geben.

nb

1/5

Die weltgrößten Bierbrauer

Weltkonzerne

Anheuser-Busch Inbev: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 6 Monate

Anheuser-Busch Inbev

Angeführt wird die Liste der weltgrößten Brauereien von Anheuser-Busch InBev. Jedes fünfte weltweit verkaufte Bier stammt mittlerweile aus dem in Belgien und New York ansässigen Konzern. Das Unternehmen besitzt über 200 Marken wie Budweiser, Beck's oder Hasseröder. 2003 übernahm Inbev die Spaten-Löwenbräu-Gruppe. Der letzte großer Coup war im Oktober 2015 die Übernahme der weltweiten Nummer 2 SABMiller für fast 100 Milliarden Euro.

Darstellung: