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Pharma

Novo Nordisk: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 10 Jahre

Megatrend Diabetes

Novo Nordisk, der dänische Riese

Stand: 14.01.2016, 10:02 Uhr

Wenn es um Diabetes geht, geht am dänischen Pharmariesen Novo Nordisk kein Weg vorbei. Keine schlechte Positionierung am Markt, denn diese Krankheit entwickelt sich immer mehr zum Volksleiden in der entwickelten Welt. Auch die Börse ist man schon länger hellhörig geworden.

Die Aktionäre des auch im europäischen Auswahlindex Stoxx 50 enthalten Papiers jedenfalls können mit dem abgelaufenen Jahr zufrieden sein. Auf Euro-Basis konnten sie eine Wertentwicklung von rund 51 Prozent einstreichen und auch die in US-Dollar gehandelten ADRs legten 2015 an der New York Stock Exchange über 36 Prozent zu.

Die Grundlage für diese erfreuliche Entwicklung wurde allerdings schon im ersten Quartal gelegt, seitdem konsolidiert das Papier auf hohem Niveau. Aktuell liegt der Kurs der Euro-Notierung bei 50 Euro, das Jahreshoch lag im August bei gut 55 Euro.

Diabetes-Platzhirsch

Ausgangspunkt des Höhenfluges war die Tatsache, dass das Diabetes-Konkurrenzprodukt Afrezza zu Jahresanfang nicht so einschlug wie erwartet. Dabei hätte Afrezza das Zeug dazu gehabt, die Großen der Branche das Fürchten zu lehren. Es ist nämlich ein Diabetes-Mittel, das inhaliert werden kann und nicht wie sonst üblich gespritzt wird. Aber das von der Firma MannKind in Zusammenarbeit mit der französischen Sanofi entwickelte Präparat läuft nicht wie erwartet. Nur 5,5 Millionen Dollar wurden bis September umgesetzt, was dazu führte, dass die Franzosen mittlerweile aus der Partnerschaft mit MannKind ausgestiegen sind.

In der Erfolgsspur

Damit war auch der Weg frei für Novo Nordisk und seine bewährten Insulin-Produkte. So stiegen in den ersten neun Monaten die Absätze des Diabetes-1-Mittels Victoza um 21 Prozent gegenüber 2014. Auch das bekannte Präparat Levemir läuft gut. Hinzu kommt der Relaunch des Klassikers Tresiba, der in diesem Jahr wieder auf den lukrativen US-Markt kommen wird. Anders übrigens als in Deutschland, wo Novo Nordisk bei den gesetzlichen Krankenkassen nicht den gewünschten Preis erzielen kann, und das Medikament daher vom Markt nimmt. Das besondere an Tresiba ist die Langzeitwirkung, wodurch die Patienten eine höhere Flexibilität erhalten.

Tresiba war 2013 von der allmächtigen Prüfbehörde FDA in den USA abgewiesen worden. Nach einer erneuten Einreichung im März folgte im September die Genehmigung durch die FDA. Nun mussten die Analysten ihre Gewinnschätzungen nach oben revidieren, was der Aktie kräftig Schwung gab. Beim jüngsten Quartalsbericht per Ende Oktober wies Novo Nordisk einen Gewinn je Aktie von 0,49 Dollar aus, erwartet waren 0,47 Dollar. Von den 34 Analysten, die Novo Nordisk per Ende November abdeckten, votierten 19 mit Kaufen, zwölft mit Halten und drei mit Verkauf. Damit ergibt sich für den Konsens eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel bei 59,62 Dollar. Aktuell stehen die ADRs bei 54,11 Dollar.

Volkskrankheit Diabetes

Novo Nordisk, das rund 80 Prozent seiner Umsätze mit Diabetes-Mitteln erzielt, setzt mit dem Fokus auf Diabetes auf einen eher traurigen Zukunftstrend. Denn Diabetes, im Volksmund auch Zuckerkrankheit genannt, wird mehr und mehr zur Zivilisationskrankheit. Ungesunde Ernährung, Stress und vor allem wenig Bewegung befördern die Entstehung des Insulindefizits im Körper, der dann medikamentös behandelt werden muss. Nach Zahlen der internationalen Diabetes-Föderation leiden derzeit weltweit 240 Millionen Menschen unter der Krankheit, bis zu Jahr 2040 sollen es 642 Millionen werden.

Günstig für die Pharmaindustrie ist, dass sich diese Krankheit eben meist in den entwickelten Ländern und damit bei einer zahlungskräftigen Kundschaft ausbreitet. Dies gilt in besonderem Maße für Amerika, zusammen mit Japan der größte Pharmamarkt der Welt. Die starke Marktposition der Dänen hilft dem Unternehmen jedenfalls, aus einer Position der Stärke heraus neue Medikamente besonders in der oralen Therapie zu entwickeln.

rm

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