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Pharma

Laborgläser in einem Chemielabor

Kein freudiger Ausblick

Novartis wird abgestraft

Stand: 27.01.2016, 11:04 Uhr

Dollar, Generika und auch noch die schwächelnde Augensparte: Der Schweizer Pharmakonzern Novartis kämpft mit einigen Problemen. Die Anleger reagierten verschnupft.

Die Aktie des Pharma-Riesen notierte am Vormittag mit über 3,5 Prozent im Minus. Novartis-Anteilseigner zeigten sich weder mit den aktuellen Zahlen noch mit dem Ausblick für 2016 zufrieden - der machte ihnen schließlich auch nicht gerade Hoffnung.

Die Umsätze lagen im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 49,4 Milliarden Dollar und damit um fünf Prozent niedriger als 2014. Der Gewinn fiel mit sieben Milliarden Dollar um 34 Prozent niedriger aus als zuvor. Das EPS sank um 33 Prozent auf 2,92 Dollar.

Analyst Alistair Campbell von der Privatbank Berenberg äußerte sich negativ. Das Unternehmen müsse sich 2016 beweisen. Es werde dauern, die Begeisterung der Anleger zurückzugewinnen.

Druck durch Dollar und Generika

Novartis CEO Joseph Jimenez

Novartis-Chef Joseph Jimenez. | Bildquelle: Unternehmen

Dem Schweizer Konzern macht wie so vielen global agierenden Unternehmen der starke Dollar zu schaffen. Dennoch will Novartis im Geschäftsjahr 2016 die Erlöse stabil halten. Dies soll durch Wachstum in allen Sparten geschehen.

Novartis-CEO Joseph Jimenez rechnet für 2016 mit einer hohen Belastung durch Nachahmer-Produkte, sogenannte Generika. 2015 verzeichnete der Konzern Einbußen von 2,2 Milliarden durch die preisgünstigeren Kopien, 2016 soll der Verlust noch einmal um eine Milliarde Dollar steigen.

Umbau eines Sorgenkindes

Sein Sorgenkind, die Augenheil-Sparte Alcon, will Novartis umbauen. Das laufende Jahr 2016 wird bereits als "Übergangsjahr" bezeichnet, was keine erfreulichen Zahlen verheißt.

Alcon werde sich zukünftig auf Augenchirurgie und Kontaktlinsen spezialisieren, die Augenmedikamente gehören zukünftig zu einem anderen Geschäftsbereich. Der Kopf des bisherigen Spartenchefs Jeff George rollte ebenfalls: Ab Februar wird Mike Ball die Geschicke des Segments leiten. Er war zuvor CEO bei Hospira, einem US-Unternehmen, das seit Septemer zum Pharma-Riesen Pfizer gehört.

Beschwichtigende Maßnahmen

Seine Aktionäre versucht Novartis indes mit einer höheren Dividende beschwichtigen: Die soll mit 2,70 Franken um vier Prozent höher liegen als zuvor. Zudem kündigte der Konzern ein Aktienrückkaufprogramm über zehn Milliarden Franken an. Mit dieser Maßnahme versuchen Unternehmen, ihren Kurs stabil zu halten.

cw

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