Seitenueberschrift

Noratis-Immobilie in Krefeld

Ein Scale-Kandidat

Noratis auf dem Sprung an die Börse

Stand: 19.06.2017, 11:58 Uhr

Mit dem Immobilienunternehmen Noratis soll eine weitere Aktie aus der Branche bald an die Börse kommen. Die Daten zum Börsengang wurden jetzt genannt.

Aus alt mach neu - nach diesem Prinzip kauft das Eschborner Immobilienunternehmen Noratis Wohnimmobilien, modernisiert sie und verkauft sie danach weiter. Ein Geschäftsmodell, mit dem Noratis im ersten Quartal des laufenden Jahres 29,8 Millionen Euro umgesetzt und einen Nettogewinn von fünf Millionen Euro erzielt hat.

Noratis-Immobilie in Schwarzenbek

Noratis-Immobilie in Schwarzenbek. | Bildquelle: Unternehmen

Jetzt wollen die Alteigentümer die Mehrheit der Aktien an der Börse platzieren. Wie das Unternehmen heute erklärte, sollen ab Mittwoch bis zum 27. Juni zwei Millionen Aktien in einer Bandbreite zwischen 18,75 und 22,75 Euro angeboten werden. Damit ergäben sich Bruttoerlöse von bis zu 45,5 Millionen Euro. Weitere 200.000 Aktien werden von den Altaktionären in Form eines Greenshoe vorgehalten. Gelingt dies, würde der Streubesitzanteil bei 55 Prozent liegen. Angedacht ist der Handel im Scale-Segment der Deutschen Börse für kleine und mittlere Unternehmen. Die Erstnotiz soll am 30. Juni erfolgen.

Bestandsentwickler

Mit dem Geld will Noratis in weiteres Wachstum investieren, vorzugsweise in den Randlagen von Ballungsgebieten. Dabei konzentriert sich Noratis nach eigenen Angaben auf Bestandsimmobilien wie Werkswohnungen, etwa Siedlungen aus den 50er bis 70er Jahren, die unter Leerstand zu leiden haben. Diese Objekte werden dann renoviert und nach einer Haltedauer von zwei bis drei Jahren als Block an institutionelle Investoren oder ausgewählte Einzelpersonen verkauft. Seit dem Jahr 2014 hat Noratis über 1.300 Wohneinheiten für 100 Millionen Euro erworben.

Im Geschäftsjahr 2016 lag der Umsatz bei 44,6 Millionen Euro nach 23,8 Millionen Euro im Vorjahr. Rund 85 Prozent wurden durch Verkäufe erzielt. Mieteinnahmen ergänzen den Umsatzmix. Aktuell werden rund 1.100 Wohneinheiten im Projektportfolio gehalten, zusätzlich wurden 2017 weitere 400 Einheiten erworben.

"Wir wollen weiter wachsen und uns als attraktiver Dividendentitel bei gleichzeitig überschaubaren Risiken positionieren", sagte Finanzvorstand André Speth. Firmenchef Igor Bugarski geht auf die Nischenstrategie ein: "Durch unsere Aufwertungsmaßnahmen erhalten und schaffen wir Wohnraum für mittlere und kleinere Einkommen. In diesem Segment gibt es einen enorm großen Bedarf, der sich aus demografischen Entwicklungen wie dem Trend zum Singlehaushalt und einem steigenden Wohnflächenbedarf je Person speist."

rm

1/23

Wen lockt das Börsenparkett?

IPO-Pipeline

Delivery Hero Comic-Werbefigur

Delivery Hero

Delivery Hero, das in Deutschland unter Marken wie Lieferheld, Pizza.de und Foodora bekannt ist, will mit seinem Börsengang bis zu eine Milliarde Euro einsammeln. Der größte Teil des Erlöses soll gar nicht dem Unternehmen, sondern den Alteigentümern zufließen, allen voran dem Startup-Investor Rocket Internet. Es wäre der größte Börsengang eines deutschen Digitalunternehmens seit dem IPO von Rocket Internet im Herbst 2014. Rocket ist der wichtigste Investor von Delivery Hero.

Delivery will insgesamt bis zu rund 39 Millionen Aktien für einen Preis zwischen 23,75 und 25,50 Euro platzieren. Die Papiere können bis zum 28. Juni gezeichnet werden. Am 30. Juni sollen sie erstmals an der Börse gehandelt werden.

Darstellung: