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Nokia-Logo im Nebel

Schwächere Nachfrage erwartet

Nokia stochert im Nebel

Stand: 11.02.2016, 11:54 Uhr

Der Netzwerkausrüster Nokia zeichnet ein eher düsteres Bild seiner Geschäftsaussichten. Vor allem China bereitet den Finnen Sorge. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Die kommen vom französischen Noch-Konkurrenten Alcatel-Lucent, den Nokia für knapp 16 Milliarden Euro übernehmen will. Der hat nämlich seinen Gewinn kräftig gesteigert. Unter dem Strich fiel im vierten Quartal ein Ergebnis von 659 Millionen Euro an - fast zweieinhalb Mal so viel wie vor einem Jahr.

Der Umsatz kletterte um 13 Prozent auf 4,16 Milliarden Euro. Nokia hält inzwischen rund 91 Prozent an Alcatel und will die Fusion noch im ersten Quartal abschließen. Damit wollen die Finnen besser im Kampf gegen die Branchen-Giganten Ericsson aus Schweden und Huawei aus China bestehen. In der hart umkämpften Netzwerk-Branche sorgen geringes Wachstum und harter Preiskampf für Druck.

Warten die Kunden erst einmal ab?

Vor allem die Konjunkturabkühlung in China bereitet dem Telekom-Ausrüster Sorgen. Der finnische Konzern rechnet mit Gegenwind, da sich die Nachfrage in der Volksrepublik und auch auf einigen anderen Märkten abschwäche, erklärte der einstige Handy-Weltmarktführer am Morgen. Tatsächlich gehen immer mehr Experten davon aus, dass die von der Pekinger Regierung verbreiteten Wachstumszahlen geschönt sind. Statt um sechs Prozent dürfte die chinesische Wachstum in Wirklichkeit nur noch um zwei Prozent zulegen.

Nokia erwartet deshalb ein schwieriges erstes Quartal, da Kunden wegen der Unsicherheit über die weitere Entwicklung ihre Investitionen genau prüfen und eventuell zurückstellen würden. Daher sieht sich Nokia derzeit auch außer Stande, eine Prognose für das laufende Jahr vorzulegen.

Gute Zahlen im Schlussquartal

Analysten zeigten sich entsprechend zurückhaltend: "Das ist wie Stochern im Nebel", sagte Mikael Rautanen vom Inderes Equity Research. Die Aktie verliert bis zu 1,7 Prozent und nähert sich der Fünf-Euro-Marke. Damit ist das Papier wieder soviel wert wie zuletzt im Frühjahr 2014.

Im Schlussquartal 2015 liefen die Geschäfte noch prächtig. Das operative Ergebnis legte um 46 Prozent auf 734 Millionen Euro zu, auch dank außergewöhnlich hoher Patent-Zahlungen von Samsung. Zudem blieb von jedem Euro Umsatz am Ende auch unerwartet viel in der Kasse hängen: Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn legte im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um knapp drei Viertel auf 575 Millionen Euro zu - mehr als von Analysten erwartet. Der Umsatz sank indes auf Basis konstanter Währungen um drei Prozent auf 3,6 Milliarden Euro.

Dividende steigt

Im Gesamtjahr zeigen sich auf den ersten Blick deutliche Schwächen. Der Gewinn sackte um fast 29 Prozent auf 2,47 Milliarden Euro ab. Allerdings hatte der einstige Handy-Weltmarktführer im Vorjahr von einer hohen Steuergutschrift sowie dem Verkauf seiner kriselnden Handysparte an Microsoft profitiert, so dass ein direkter Vergleich die tatsächliche Geschäftsentwicklung verzerrt.

Die Anleger können sich dennoch auf eine steigende Dividende freuen. Sie soll von 14 Cent auf 16 Cent für 2015 steigen, obendrauf gibt es eine Sonderausschüttung von 10 Cent.

lg

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