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Telekommunikation

In einer Pupille spiegelt sich das Nokia und Microsoft-Logo

Milliardendeal unter Dach und Fach

Microsoft übernimmt Nokia-Handys endgültig

Für Nokia ist am Freitag eine Ära zu Ende gegangen. Microsoft hat die über fünf Milliarden Euro teure Übernahme der Handy-Sparte nun endlich abgeschlossen. Künftig kommen die Nokia-Handys von Microsoft.

Gut 25.000 Nokia-Mitarbeiter müssen bald ihre Visitenkarten ändern, Künftig heißt ihr neuer Arbeitgeber Microsoft. Der Windows-Hersteller hat am Freitag den vor acht Monaten angekündigten Nokia-Deal vollzogen.

Der Preis sei am Ende etwas höher ausgefallen als die ursprünglich vereinbarten 5,44 Milliarden Euro, hieß es. Wie hoch die Summe sei, blieb offen. Details soll erst am kommenden Dienstag geben, wenn Nokia seine Quartalszahlen veröffentlicht.

Microsoft muss etwas mehr zahlen

Anfang September hatte Microsoft angekündigt, die Handy- und Tabletsparte von Nokia für 3,79 Milliarden Euro zu kaufen. Zudem zahlt der Konzern aus Redmond 1,65 Milliarden Dollar für Patente.

Nokia: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Wegen der Zustimmung der Kartellbehörden hatte sich der Deal monatelang verzögert. Erst vor knapp zwei Wochen hatte die chinesischen Wettbewerbshüter grünes Licht für die Transaktion gegeben. Die EU-Kommission hatte bereits Anfang Dezember die Milliardenübernahme genehmigt.

Indische Handy-Fabrik verbleibt bei Nokia

Nokia behält allerdings noch einen ganz kleinen Teil seines Handygeschäfts. Der Produktionsstandort im indischen Chennai (Madras) ist nicht Teil des Deals. Wegen eines Streits mit den dortigen Steuerbehörden verbleibt die Handy-Fabrik bei Nokia. Die Finnen produzieren nun die Geräte im Auftrag von Microsoft.

Der frühere Nokia-Chef Stephen Elop wechselt zu Microsoft und führt dort die Gerätesparte. Wer bei Nokia künftig das Sagen hat, ist noch ungewiss. Als Favorit gilt Rajeev Suri. Der übrig gebliebene Nokia-Konzern konzentriert sich auf das Netzwerkgeschäft und konkurriert künftig mit Ausrüstern wie Ericsson und Huawei.

nb

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Nokia - vom Gummistiefel bis zum Lumia

Die bewegte Geschichte

Erstes Logo von Nokia von 1865 und Porträt des Gründers Fredrik Idestam

Unten am Fluss

Die Geschichte von Nokia beginnt für einen Handykonzern recht früh - nämlich bereits 1865. Damals baute der Ingenieur Fredrik Idestam in Tampere im Südwesten Finnlands eine Papierfabrik. Ein paar Jahre später entstand eine zweite in der Nähe des Flusses Nokianvirta - daher auch der Konzern-Name "Nokia".

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