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Zurück auf Wachstumspfaden

Neue Chefin bringt Yahoo auf Trab

Vor einem halben Jahr hat die einstige Google-Vorzeigefrau Marissa Mayer das Ruder bei Yahoo übernommen. Jetzt gibt es erste Erfolge, das Unternehmen wächst. Die gestern veröffentlichte Bilanz übertraf die Erwartungen der Börse.

Yahoo-Chefin Marissa Mayer

Will Yahoo wieder zur ersten Adresse im Internet machen: Marissa Mayer, seit Juli 2012 Konzernchefin.

Nachbörslich kletterte die Aktie von Yahoo um vier Prozent. So schnelle Erfolge hatten Börsianer dem kriselnden Internetkonzern wohl nicht zugetraut. Doch Mayer hauchte dem einst so erfolgreichen Internetpionier wieder Leben ein, polierte die Webseiten auf. Mit der Generalüberholung der Online-Dienste will Mayer die Nutzer länger auf den eigenen Internetseiten halten. Dies soll nach und nach zu einer "Wachstumskettenreaktion" führen und schon im laufenden Jahr zu einem moderaten Umsatzplus verhelfen.

Einst stand das Unternehmen als Synonym für das Internet. Doch dann lief ihm der neue starke Rivale Google den Rang ab. Der Erfolgszug von Facebook machte das Leben nicht leichter. Viele Nutzer wandten sich ab, Gleiches galt für die Werbekunden. Erschwerend kamen interne Querelen mit Chefwechseln in rascher Folge hinzu.

"Der Weg zum Wachstum ist sicher"

Mayer gab sich bei Präsentation der Bilanz 2012 am Montag nach Börsenschluss zuversichtlich, den Google-Konkurrenten dauerhaft wieder in die Erfolgsspur zu bringen. Sie sei stolz auf das Erreichte. Aufs Gesamtjahr gesehen sei es das erste Mal seit vier Jahren, dass Yahoo beim Umsatz zugelegt habe. Zugleich mahnte sie aber zu Geduld: "Der Weg zum Wachstum ist sicher, aber es wird nicht sofort kommen", sagte die frühere Google-Managerin.

Yahoo muss denn auch Anfangsschwierigkeiten in Kauf nehmen. Die Umstellung trug zu einem geringeren Verkehr auf den populären Yahoo-Seiten wie dem Email-Dienst bei, wie Mayer einräumte. Das schwächte im vergangenen Quartal das Geschäft mit Display-Werbung, zu der etwa die Banner auf Internetseiten gehören. Dafür florierte aber die Suchmaschinenwerbung. So reichte es insgesamt für einen Umsatzanstieg im vierten Quartal von vier Prozent auf 1,22 Milliarden Dollar. Der Quartalsgewinn ging wegen des Rückzugs aus Südkorea um acht Prozent auf 272 Millionen zurück, übertraf vor Sonderposten aber die Analystenerwartungen.

Im Gesamtjahr steigerte Yahoo seinen Umsatz minimal auf knapp 5,0 Milliarden Dollar und behielt unterm Strich mehr als 3,9 Milliarden Dollar übrig - fast vier Mal soviel wie im Jahr 2011. Der Gewinnsprung geht allerdings vor allem auf den Verkauf von Anteilen am chinesischen Internetkonzern Alibaba zurück.

"Das ist klar eine Trendwende"

Yahoo: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
20.72
Differenz absolut
-0.09
Differenz relativ
-0.44%

Investoren feierten aber nicht nur die besser als erwarteten Zahlen. Sie honorierten auch die erste Geschäftsprognose der Vorzeigemanagerin Mayer, die Yahoo wieder zu einer der ersten Adressen im Internetgeschäft machen will. Im laufenden Jahr soll der Umsatz ohne die Gebühren für Partner-Webseiten auf 4,5 bis 4,6 Milliarden zulegen, das wäre ein Anstieg von maximal drei Prozent. "Es ist klar, dass das eine langfristige Trendwende ist", sagte Analyst Ben Schachter von Macquarie Research.