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Medien

Fototapete mit Figuren aus der Netflix-Serie

So will der Börsenliebling wachsen

Netflix und die kühnen Pläne des Herrn Hastings

von Angela Göpfert

Stand: 08.12.2015, 07:55 Uhr

Plus 174 Prozent binnen zwölf Monaten! Allzeithoch! Was kann da noch groß kommen? Viel – wenn die Rechnung von Netflix-Chef Reed Hastings aufgeht.

Der Preis der Netflix-Aktie ist binnen Jahresfrist um fulminante 174 Prozent in die Höhe geschossen. Anleger aus dem Euro-Raum konnten dank zusätzlichen Währungsgewinnen sogar ein Plus von 194 Prozent einfahren.

Erfolg dank "House of Cards" & Co.

Woher rührt dieser Erfolg? Nun, ganz einfach: Die Internet-Videothek hat fantastische Wachstumsraten. Mit ihren Online-Streaming-Angeboten hat sie die traditionelle Fernsehindustrie in Angst und Schrecken versetzt.

Zudem kommen einige der populärsten amerikanischen Serien aus dem Hause Netflix wie der Polit-Thriller "House of Cards", das Knast-Drama "Orange is the New Black" und das Drama "Narcos", welches das Leben des Drogenbarons Pablo Escobar erzählt.

Werbe-Fernsehfamilie von Netflix

Schöne neue Netflix-Welt?. | Bildquelle: Unternehmen

Netflix setzt auf Hausgemachtes

Kein Wunder also, dass Netflix-Chef Reed Hastings und sein Team dieses Erfolgsrezept weiter verfolgen wollen. Am Montag kündigte der zuständige Manager Ted Sarandos auf einer Medienmesse in New York an, man wolle die Zahl der selbstproduzierten Sendungen im kommenden Jahr von 16 auf 31 steigern.

Manch einer mag dies positiv sehen als die Rückbesinnung auf eigene Stärken. Doch an der Börse kam diese Nachricht nicht gut an. Die Netflix-Aktie drehte ins Minus, gab bis zum Handelsschluss an der Wall Street 4,3 Prozent nach auf 125,36 Dollar.

Angst vor steigenden Kosten

Anleger hegten vor allem zwei Befürchtungen: Erstens, bei Netflix werden die Kosten mit der steigenden Anzahl an Eigenproduktionen dramatisch in die Höhe schnellen. Zweitens, dass auch die Erlöse unter Druck geraten könnten, ist Netflix doch in zahlreiche Lizenzstreits mit den traditionellen Fernsehsendern verwickelt.

Tatsächlich sind diese Ängste nicht einfach von der Hand zu weisen. Ist Netflix mit dem kostenarmen Geschäft des Online-Streamings von lizenzierten TV-Inhalten groß geworden, entwickelt sich der Konzern nun zunehmend zu einem Film- und Fernsehproduzenten – mit entsprechenden Kosten. Die Zeit der leichten Gewinne scheint dahin.

Nur eine Konsolidierung?

Fakt ist aber auch: Anleger sollten den jüngsten Kursrückgang nicht überbewerten. Dabei handelt es sich zunächst um nicht mehr als eine Konsolidierungsbewegung nach dem Erreichen eines neuen Allzeithochs (133,27 Dollar).

Erst bei einem Sturz unter die 100-Dollar-Marke und die darunter verlaufende 200-Tage-Linie geriete der Aufwärtstrend ernsthaft in Gefahr.

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