Seitenueberschrift

Internet

Kevin Spacey und Robin Wright in der Fernsehserie

Dank kräftiger Expansion in Europa

Netflix macht Aktionäre wieder glücklich

Stand: 21.01.2015, 08:08 Uhr

Nach dem enttäuschenden Wachstum im Vorquartal hat der Online-Videodienst Netflix jetzt Anleger und Analysten positiv überrascht. Die Aktie macht einen Freudensprung.

Das Papier schoss nach Veröffentlichung der Quartalszahlen und ambitionierten Wachstumsplänen um rund 16 Prozent hoch. Drei Monate zuvor hatte die Enttäuschung über die Entwicklung der Nutzerzahlen im dritten Quartal den Kurs zeitweise um ein Fünftel einbrechen lassen. Mit umgerechnet fast 300 Euro sind die Titel allerdings noch ein gutes Stück von ihrem Hoch im vergangenen September bei 379 Euro entfernt.

Doch die Richtung stimmt, und das nicht nur beim Aktienkurs. Dank der kräftigen Expansion in Europa gewann der Videodienst im Schlussquartal des letzten Jahres 2,43 Millionen neue Kunden außerhalb der USA und übertraf damit deutlich die Erwartungen der Börsianer. Mit weiteren 1,9 Millionen neuen Nutzern im amerikanischen Heimatmarkt kam Netflix zuletzt insgesamt auf 57,4 Millionen Kunden.

Schnellere Expansion

Dadurch stieg der Nettogewinn im vierten Quartal um 72 Prozent auf 83,4 Millionen Dollar, wie der Produzent von TV-Serien wie "House of Cards" am Dienstag mitteilte. Der Umsatz legte um ein Viertel auf 1,5 Milliarden Dollar zu.

Das Management rechnet nun damit, die Pläne für eine Expansion in 200 Länder binnen zwei Jahren und damit schneller als erwartet abzuschließen. Innerhalb der kommenden zwei Jahre werde Netflix auch in China starten, zunächst mit moderaten Investitionen, kündigte Firmenchef Reed Hastings an. Netflix gehe in "jedes Land außer Nordkorea", gab er die Marschrichtung in einem Interview mit dem Finanzdienst "Bloomberg" vor. In Deutschland war Netflix im vergangenen September im Zuge einer europäischen Expansion gestartet und ist aktuell in rund 50 Ländern vertreten.

Weniger Gewinn im laufenden Quartal

Der internationale Ausbau verschlingt allerdings auch viel Geld. Hinzu kommen die Kosten für die vermehrten Eigenproduktionen. Allein dafür gibt Netflix inzwischen 9,5 Milliarden Dollar aus - zwei Milliarden mehr als im letzten Jahr. Im laufenden Jahr soll es mit 320 Stunden drei Mal soviel eigenes Programm wie 2014 geben. Für das laufende Quartal rechnet Netflix deshalb wieder mit einem Gewinnrückgang auf rund 37 Millionen Dollar.

Zudem will sich Netflix für die Finanzierung im laufenden Quartal rund eine Milliarde Dollar neues Geld über die Ausgabe einer Anleihe holen. Ab 2017 will Konzernchef Hastings aber die Früchte des Wachstums ernten und "erhebliche Gewinne" einfahren.

lg

Darstellung: