Seitenueberschrift

Internet

Netflix-Zentrale in Los Gatos

Expansion in 130 neue Länder

Netflix geht auf Weltreise

Stand: 07.01.2016, 11:56 Uhr

Der Online-Videodienst beschleunigt seine Auslandsexpansion. Auf der Hightech-Messe CES kündigte Netflix den Start in 130 weiteren Ländern an. Nur der Einstieg in China lässt weiter auf sich warten. Die Anleger sind dennoch begeistert.

Die Aktie von Netflix sprang am Mittwoch an der Nasdaq rund neun Prozent nach oben. Während der Präsentation von Firmenchef Reed Hastings auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas waren die Ausschläge besonders markant. Mit 117,68 Dollar liegt der Medientitel nun wieder in Reichweite zum im Dezember erreichten Rekordhoch von 133,27 Dollar.

Künftig in 190 Ländern sichtbar

Hastings kündigte in Las Vegas die Expansion in zahlreiche neue Länder an, darunter Indien, Vietnam, Russland, Türkei und Saudi-Arabien. Künftig wird der Streamingdienst in insgesamt 190 Ländern der Welt präsent sein. Bisher war er nur in 60 Ländern verfügbar. Hastings sprach von der Geburtsstunde eines globalen Fernsehsenders. Bis Ende des Jahres wolle Netflix praktisch überall auf der Welt zu sehen sein. Nur die Krim, Nordkorea und Syrien seien wegen Einschränkungen der US-Regierung ausgeschlossen.

Der in diesem Jahr erwartete Start in China könnte sich allerdings verzögern. Netflix sei in Gesprächen mit der für Internet-Medien zuständigen Behörde, sagte Hastings dem Technologieblog "Recode". "In China braucht man die Zustimmung der Regierung für den Betrieb. Im Rest der Welt können wir einfach loslegen."

Kooperation mit Angela Jolie und Adam Sandler

Der Anbieter von Serien wie "Jessica Jones" und "House of Cards" muss im Ausland expandieren, da das Wachstum auf dem nordamerikanischen Heimatmarkt nachlässt. Das kalifornische Unternehmen investiert denn auch massiv in die Produktion eigener Serien und Filme. 2016 sollen 31 Serien sowie zwei Dutzend Filme und Dokumentationen produziert werden. Dafür engagiert Netflix auch Stars wie Adam Sandler oder Angelina Jolie.

Netflix konkurriert mit anderen Streaming-Angeboten wie Prime Instant Video von Amazon, HBO oder Showtime. In Deutschland tummeln sich auch die ProSiebenSat.1-Tochter Maxdome und der Dienst Watchever von Vivendi auf dem Streaming-Markt.

nb

Darstellung: