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Netflix-Zentrale in Los Gatos

Quartalszahlen vorgelegt

Netflix: Der Markt hat mehr erwartet

Stand: 18.04.2017, 08:13 Uhr

Netflix hatte Ende März fast 100 Millionen Nutzer. Doch die Zunahme ist geringer ausgefallen als erwartet. Die Anleger sind enttäuscht.

Hatte die Aktie im regulären Handel am Montag noch drei Prozent zugelegt, erwiesen sich diese Vorschlusslorbeeren nach der Vorlage der Quartalszahlen als voreilig. Der Videodienst hat nämlich zu Jahresbeginn weniger neue Nutzer hinzugewonnen als erwartet. Im nachbörslichen Handel musste die Netflix-Aktie ihre Tagesgewinne wieder vollständig abgeben. Anleger haben dennoch keinen Grund zur Klage: Seit Jahresbeginn ist der Kurs von Netflix um rund 19 Prozent gestiegen und damit deutlich stärker als der S&P-500-Index, der nur knapp fünf Prozent zulegte.

Den Zahlen zufolge stieg die Kundenzahl im ersten Quartal um 4,95 Millionen, wie das Unternehmen am Montag nach US-Börsenschluss mitteilte. Analysten hatten sowohl in den USA, wo 1,42 Millionen Nutzer hinzukamen, als auch im Ausland mehr erwartet. Im Vorjahreszeitraum war das Wachstum noch deutlich stärker gewesen.

98,75 Millionen Kunden

Analysten hatten wegen populärer Serien wie "Marvel's Luke Cage" und "The Crown" mit 3,68 Millionen beziehungsweise 1,50 Millionen Neu-Abonnenten gerechnet. Trotzdem nähert sich der weltweit führende Streamingdienst, der gegen Gebühr Videoinhalte wie Shows und Filme im Internet anbietet, der 100-Millionen-Marke.

Ende März wurden 98,75 Millionen Kunden gezählt, ein Jahr zuvor waren es noch 81,5 Millionen. Das Unternehmen, das sich einen harten Wettbewerb mit Services wie Amazon Prime oder Hulu liefert, verkündete, auf Kurs zu sein und diese Woche die Marke von 100 Millionen Abos zu knacken.

Mehr Gewinn als erwartet

Die Hoffnungen auf das zweite Quartal sind groß, denn Netflix wartet mit neuen Staffeln von Serienhits wie "House of Cards" und "Orange Is the New Black" auf. Beim Gewinn konnte die kalifornische Firma die Vorhersagen der Finanzprofis übertreffen. Der Überschuss schnellte im Auftaktquartal verglichen mit dem Vorjahreswert von 28 auf 178 Millionen Dollar in die Höhe. Die Einnahmen des in Kalifornien ansässigen Unternehmens legten in dem Quartal um rund 35 Prozent auf 2,64 Milliarden Dollar zu und bewegten sich damit im Rahmen der Markterwartungen.

Bei der Gewinn- und Umsatzprognose für das laufende Quartal blieb Netflix allerdings unter den früheren Vorhersagen. Hohe Ausgaben - nicht zuletzt für exklusive Filmproduktionen und aufwendiges Marketing - dürften das Ergebnis deutlich drücken, erklärte das Unternehmen. Auch bei den Erlösen stellte Netflix mit 2,76 Milliarden Dollar ein bisschen weniger als von Analysten angenommen in Aussicht. In den USA rechnet Netflix mit 600.000 neuen Kunden, international sollen 2,6 Millionen Abonnenten hinzukommen.

lg/rtr/dpa-afx

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