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US-Investmentbank überrascht positiv
Morgan Stanley sieht Licht am Tunnelende
Bei Morgan Stanley können die Aktionäre wieder mit mehr Zuversicht nach vorne blicken. Die drastischen Kostensenkungen, die das Management der Bank verordnet hat, beginnen zu greifen.
Zentrale von Morgan Stanley in New York
Denn im vierten Quartal 2012 hat die Bank die Erwartungen der Analysten mit einem Gewinn aus dem laufenden Geschäft mit 573 Millionen Dollar oder 28 Cents je Aktie um einen Cent übertroffen. Nach Abzügen für das nicht mehr fortgeführte Geschäft standen 25 Cents je Aktie in den Büchern.
Vor allem Zuwächse im Handelsgeschäft bescherten der Bank dabei Gesamterlöse von knapp sieben Milliarden Dollar zu nach 5,6 Milliarden Dollar im Vorjahr. Gegenüber dem Vorquartal mit 5,28 Milliarden Dollar ist dies ebenfalls eine erhebliche Steigerung. Auch die Vermögensverwaltung, das zweite große Standbein der Bank, legte dabei deutlich zu.
Wieder in den schwarzen Zahlen
Damit ist Morgan Stanley im vergangenen Quartal wieder der Sprung in die schwarzen Zahlen gelungen, vor Jahresfrist hatte es noch einen Verlust von 13 Cents je Aktie oder 222 Millionen Dollar gegeben.
Ohne Buchungseffekte, die auf die Neubewertung eigener Schulden zurückzuführen sind, hätte der Gewinn bei 45 Cents je Aktie gelegen. Bei der Bewertung der eigenen Verbindlichkeiten handelt es sich jedoch um einen reinen Bilanzeffekt, der sich in guten Zeiten für die Banken negativ auswirkt und in schlechten Zeiten das Ergebnis besser aussehen lässt. Im Gesamtjahr gab es nicht zuletzt aufgrund dieser Effekte einen leichten Verlust von 117 Millionen Dollar.
Firmenchef James Gorman sprach von einem guten, aber keinem perfekten Quartal, sieht aber insgesamt wieder Licht am Horizont. "All die vielen Umbauten der vergangenen Jahre liegen jetzt hinter uns. Jetzt können wir uns wieder mit den angenehmen Seiten des Geschäfts beschäftigen."
Kosten sinken
Positiv haben sich auch die Kostensenkungen im Zahlenwerk bemerkbar gemacht. Die variablen Bonuszahlungen an die Mitarbeiter, traditionell der höchste Kostenfaktor bei Investmentbanken, sank im Vergleich zum Vorjahr um vier und im Vergleich zum Vorquartal sogar um acht Prozent. 1.600 Stellen wurden allein in der Investmentbank abgebaut, nachdem bereits in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres 4.200 Mitarbeiter gehen mussten.
Gleichzeitig will die Bank ihre Bilanz weiter verkleinern. Noch zum Halbjahr lagen die Bilanzforderungen bei 320 Milliarden Dollar, bis 2014 sollen sie auf 255 Milliarden Dollar sinken. Dies hatte Finanzvorstand Ruth Porrat bereits im September erklärt. Bis 2017 sollen sie dann auf rund 200 Milliarden Dollar sinken, schrieb Credit-Suisse-Analyst Howard Chen nach einem Treffen mit Firmenchef Gorman.
Zahlen kommen gut an
Das Zahlenwerk wird an der Wall Street positiv aufgenommen. Kurz vor Handelseröffnung liegt das Papier über sechs Prozent im Plus bei knapp über 22 Dollar. Dies wäre gleichzeitig ein neues Zwölf-Monats-Hoch. Noch Anfang Juni hatte die Aktie an der New Yorker Börse mit 12,36 Dollar ihr Jahrestief erreicht.
Stand: 18.01.2013, 15:20 Uhr