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Milliardengewinne und rasantes Umsatzwachstum

Microsoft, Google & Co im Geldrausch

Stand: 24.04.2015, 10:37 Uhr

Bei den US-Hightech-Konzernen brummt das Geschäft. Microsoft, Google und Amazon konnten im dritten Quartal die Umsätze deutlich steigern, vor allem beim Cloud Computing. Nur der starke Dollar bremst das rasante Wachstum. 

Auch im Smartphone-Zeitalter bleibt Google eine Geldmaschine. Das anziehende Werbegeschäft bescherte dem Internet-Giganten einen Umsatzanstieg von zwölf Prozent auf 17,26 Milliarden Dollar. "Wir sehen weiter großen Schwung im mobilen Werbegeschäft", sagte Google-Finanzchef Patrick Pichette. Ohne negative Wechselkurseffekte wären die Erlöse gar um 17 Prozent gestiegen.

Google kompensiert niedrigerere Werbepreise

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Den Rückgang der durchschnittlichen Werbeeinnahmen pro Klick um sieben Prozent konnte Google durch ein höheres Volumen ausgleichen. Der Gewinn von Google kletterte von 3,45 auf 3,59 Milliarden Dollar oder 6,57 Dollar je Aktie. Zwar wurden die Erwartungen der Analysten leicht verfehlt, die Aktie zog dennoch nachbörslich um drei Prozent an.

Cloud-Geschäft beflügelt Amazon

Noch stärker als Google wuchs im abgelaufenen Quartal der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon. Er steigerte den Umsatz um 15 Prozent auf 22,7 Milliarden Dollar. Das war etwas mehr als Analysten erwartet hatten. Sie hatten nur 22,39 Milliarden Dollar prognostiziert.

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Entscheidender Wachstumstreiber war die Cloud-Sparte. Im ersten Quartal kletterten die Erlöse um fast 50 Prozent auf 1,57 Milliarden Dollar. Mit einem operativen Ergebnis von 265 Millionen Dollar zeigte Amazon, dass es mit der Auslagerung von Computerdiensten ins Internet (Cloud Computing) bereits Geld verdient.

Wegen erneut hoher Investitionen in neue Geschäftsfelder schrieb jedoch Amazon unterm Strich rote Zahlen. Der Verlust im ersten Quartal betrug 57 Millionen Dollar. Das konnte die Anleger nicht schocken. Im Gegenteil: Die Amazon-Aktie legte nachbörslich gut sieben Prozent zu und näherte sich ihrem Rekordhoch von Anfang 2014.

Microsoft kommt wieder in Schwung

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Auch Microsoft konnte im ersten Quartal die Anleger überzeugen. Die Aktie zog nachbörslich um knapp drei Prozent an. Beim weltgrößten Softwarehersteller stieg der Umsatz um sechs Prozent auf 21,7 Milliarden Dollar. Experten hatten  mit nur 21,1 Milliarden Dollar gerechnet. Dabei wirkte sich vor allem die Übernahme des Handy-Geschäfts von Nokia positiv aus.

Besonders das Cloud-Geschäft erweist sich als Goldgrube für Microsoft. Die Erlöse in diesem Bereich verdoppelten sich. Zudem profitierte Microsoft von einer wachsenden Nachfrage nach Surface-Tablets.

Geringere Nachfrage nach Windows

Im traditionellen Software-Geschäft lief es dagegen nicht rund: Der Verkauf von Windows schrumpfte um 19 Prozent. Microsoft will sich künftig stärker auf Cloud-Dienstleistungen, Tablet-PCs und Smartphones konzentrieren- unter dem Motto "Mobile first, Cloud first".

Der Gewinn sank indes um zwölf Prozent auf rund fünf Milliarden Dollar. Experten hatten mit einem noch stärkeren Gewinnschwund gerechnet.

Nasdaq auf 15-Jahres-Hoch

Angesichts der soliden Zahlen der drei Hightech-Schwergewichte mag es nicht verwunden, dass die technologielastige Börse Nasdaq inzwischen so hoch notiert wie auf dem Höhepunkt der Dotcom-Ära vor 15 Jahren. Am Donnerstag knacke der Index mit 5.056 Punkten den alten Rekord von 5.048 Zählern.

nb

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