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Leopold Stiefel lässt sich rauskaufen

Metro AG macht jetzt ihren eigenen Stiefel

Eine Geschichte, zwei Lesarten: Die Metro kauft knapp drei Prozent an Media-Saturn von dem Mitgründer Leopold Stiefel. Damit ist sie zwar einen Widersacher los. Doch das kostet sie 230 Millionen Euro. Und den zweiten Widersacher Erich Kellerhals hat Metro weiter am Hals.

Leopold Stiefel

Schon seit längerem liegt der Handelsriese im Clinch mit Kellerhals und Stiefel. Die beiden sind die Firmengründer der Elektrokette MediaMarkt, aus der später Media-Saturn wurde. Letztlich geht es in dem Machtkampf darum, welchen Kurs man bei der Metro-Tochter fährt.

Metro hat optisch das Sagen
Kellerhals hält 21,6 Prozent an Media-Saturn und hat laut Firmenstatut das Recht, wichtige Entscheidungen zu blockieren. Die Metro wiederum suchte dieses Veto-Recht auszuhebeln, um Entscheidungen bei der Tochter schneller durchsetzen zu können. Sie gründete 2011 einen Beirat, in dem mit einfacher Mehrheit entschieden wird.

Die Metro hat nur optisch das Sagen: Sie hielt ohne den Anteil Stiefels rund 75 Prozent an dem Betreiber der Handelsketten Media Markt und Saturn. Mit den fast drei Prozent, den der Dax-Konzern nun von Anteilseigner Stiefel kaufen will, sind es dann knapp 78 Prozent.

Kellerhals behält sein Veto-Recht

Die Metro sieht ihre Position damit gestärkt. Die Rechtsauffassung, wonach Metro künftig mit einfacher Mehrheit grundlegende Entscheidungen bei der Ingolstädter Tochter treffen könne, sei bestätigt, sagte ein Sprecher. Im August 2012 hatte das Oberlandesgericht München entschieden, dass die Gründung des Beirats rechtmäßig war, Kellerhals legte dagegen aber Rechtsmittel ein. Er wirft der Metro vor, ihn enteignen zu wollen, indem sie seine Mitspracherechte aushöhle. In Stiefel hatte er bislang einen Mitstreiter.

Nach dessen Rückzug ist ein Ende des Streits aber nicht in Sicht. Denn die Vetorechte von Kellerhals werden dadurch nicht beeinträchtigt, wie die Metro selbst einräumt.

Ist Media-Saturn 7,7 Milliarden wert

Unter Dach und Fach ist der Verkauf von Stiefels Anteil noch nicht. Die Vertragsverhandlungen laufen. Aus Kreisen des Handelsriesen ist zu hören, dass die Metro für die 2,97 Prozent rund 230 Millionen Euro zahlen müssen. Ein stolzer Preis, damit würde Media-Saturn als Ganzes mit 7,7 Milliarden Euro bewertet.

Metro ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
26.15
Differenz absolut
1.37
Differenz relativ
+5.54%

An der Börse schlägt das aber kaum Wellen. Die Metro-Aktie notiert heute leicht im Minus. Für einen Kaufpreis habe die Metro bereits in der Vergangenheit Rückstellungen gebildet, sagte ein Metro-Sprecher. Es werde deshalb keine Auswirkungen auf die Ergebnisse des Konzerns geben.

tagesschau24 Xetra-Schluss-Bericht vom 21.05.2013

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Matthias Rüth

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