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Einzelhandel

Zentrale der Metro Group in Düsseldorf (Quelle: pa/dpa)

Schwacher Rubel

Metro: Bescherung ist ausgefallen

Stand: 11.02.2016, 08:55 Uhr

Bei dem Einzelhändler Metro ist die erwartete Belebung im Weihnachtsgeschäft ausgefallen. Grund ist vor allem der schwache Rubel. Der hatte dem Konzern bereits im Vorquartal das Geschäft vermiest. Die Aktionäre sind sauer.

Im morgendlichen Handel sind die Metro-Aktien um über drei Prozent ins Minus gerutscht und damit die schwächsten Werte im MDax. Die Krise in Russland wird für den Handelskonzern zunehmend zum Hemmschuh. Der auch in anderen Ländern Osteuropas stark engagierte Konzern verbuchte im ersten Quartal 2015/16 mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft einen Rückgang des operativen Ergebnisses (Ebit) vor Sonderfaktoren auf 828 Millionen Euro. Im Vorjahr waren noch 891 Millionen Euro erzielt worden, wie Metro am Morgen mitteilte.

Dabei hat Metro allein durch die Abwertung des Rubel rund 40 Millionen Euro verloren. Der Rückgang fiel damit kräftiger aus als vom Markt erwartet. Analysten hatten ein operatives Ergebnis vor Sondereffekten von 852 Millionen Euro prognostiziert.

Umsatz wegen Rubel-Verfalls gesunken

Auch der Umsatz des Konzerns ging wegen der Wechselkurseffekte um 1,3 Prozent auf 17,1 Milliarden Euro zurück. In Westeuropa dagegen konnte Metro seine Umsätze steigern. Besonders in Spanien und den Niederlanden, aber auch in Deutschland sei mehr erlöst worden, so Metro.

Profitieren konnte Metro im Quartal dagegen vom Verkauf seiner 19 Großmärkte in Vietnam. Das Betriebsergebnis schnellte deshalb auf 1,24 Milliarden Euro in die Höhe, nach 876 Millionen Euro im Vorjahr. Dabei stammen allerdings 427 Millionen Euro aus der Veräußerung.

Historisch niedrige Verschuldung

Gleichzeitig sank die Nettoverschuldung binnen Jahresfrist von 1,5 Milliarden Euro auf 100 Millionen Euro. Das ist der niedrigste Stand seit Gründung der Metro AG. Noch nicht enthalten ist dabei der Mittelzufluss aus dem Verkauf der Metro-Märkte in Vietnam. Er wird im laufenden zweiten Geschäftsquartal verbucht.

An der Jahresprognose hält Konzernchef Olaf Koch fest, er peilt für Umsatz und operativen Ertrag (Ebit) vor Sonderfaktoren weiter eine "leichte Steigerung" an. Anleger werden zudem mit der Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr bei der Stange gehalten. Die Ausschüttung soll um zehn Cent je Aktie auf einen Euro je Anteilsschein steigen.

lg

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