Seitenueberschrift
Neuer Erbitux-Rückschlag
Merck: Anleger lassen Hoffnung fahren
Von wegen Hoffnungsträger! Der Verkaufsschlager aus dem Hause Merck, das Krebsmittel Erbitux, ist offenbar für weniger Anwendungen geeignet als bislang erhofft. Das kommt an der Börse gar nicht gut an.
Mit einem Minus von 2,6 Prozent auf 92,20 Euro ist die Aktie des Pharma- und Chemiekonzerns kurz vor Xetra-Start der größte Dax-Verlierer auf dem Frankfurter Parkett. Naturgemäß reagieren Anleger bei Pharmatiteln äußerst empfindlich auf schlechte Studiendaten und negative Behördenbescheide.
So auch in diesem Fall. Der Antrag bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) auf Indikationserweiterung für eine Lungenkrebsvariante für das Krebsmittel Erbitux werde zurückgezogen, teilte Merck am Dienstag mit. Die Entscheidung beruhe darauf, dass die EMA weitere Studiendaten angefordert habe.
Pleiten, Pech und Pannen
Es ist nicht der erste Rückschlag, den Merck bei seinem nach Umsatz zweitstärksten Präparat (855 Millionen Euro im Jahr 2011) in jüngster Zeit hat hinnehmen müssen. Erst Anfang Juli hatte Merck in einer Studie zum fortgeschrittenen Magenkarzinom das erhoffte Ergebnis verfehlt.
Ob unter diesen Voraussetzungen das bislang avisierte Jahresumsatzziel von 865 bis 890 Millionen Euro mit Erbitux zu halten ist, darüber schweigt sich Merck allerdings bislang aus.
Kein Grund zur Sorge?
Unter technischen Gesichtspunkten sollten Anleger das heutige Minus allerdings nicht überbewerten. Schließlich ist der seit Ende 2011 laufende Aufwärtstrend nach wie vor intakt. Erst am vergangenen Donnerstag hatte die Merck-Aktie bei 96,60 Euro ein Vier-Jahres-Hoch markiert. Da sind kurzfristige Korrekturen kein Anlass zur Sorge.
Mit Blick auf die relative Performance im Vergleich zu anderen Pharmatiteln steht allerdings etwa eine Bayer-Aktie weit besser da. Diese hatte erst vor wenigen Tagen bei 66,58 Euro ein neues Rekordhoch markiert – und damit das ultimative technische Kaufsignal gesandt.
Für die Merck-Aktie ist es bis dahin noch ein weiter, weiter Weg. Das Allzeithoch datiert aus dem Jahre 2007 und liegt bei 109,26 Euro – knapp 19 Prozent vom aktuellen Kurs entfernt.
Stand: 18.09.2012, 08:42 Uhr