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Pharma

Nahrungsergänzungstabletten von Merck KGaA liegen auf einem Tisch

Rekordergebnis und Rekordumsatz

Merck hat Erfolg zugekauft

Stand: 08.03.2016, 08:18 Uhr

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck hat dank seiner Zukäufe im vergangenen Jahr operativ so viel verdient wie nie zuvor. Auch der Umsatz fiel rekordträchtig aus. Aber umsonst ist im Leben leider nichts.

Das Konzernergebnis des Pharmakonzerns ging dagegen um 3,7 Prozent auf unter dem Strich 1,12 Milliarden Euro zurück. Hierzu trugen Einmalaufwendungen im Zuge der Sigma-Aldrich-Akquisition und -Integration sowie höhere Zinsaufwendungen zur Finanzierung der Übernahme bei, teilt das Management mit.

Merck hatte neben dem 17 Milliarden Dollar schweren Zukauf des US-Laborausrüsters auch noch die kleinere britische Spezialchemiefirma AZ erworben. Der Sigma-Aldrich-Deal wurde am Markt als teuer eingestuft.

Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) erhöhte sich binnen Jahresfrist um sieben Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Im Schussquartal übertraf das Ebitda mit einem Anstieg von gut sechs Prozent auf 933 Millionen Euro deutlich die Analystenerwartungen von 905 Millionen Euro. 2015 setzte Merck 12,8 Milliarden Euro um, ein Plus von 13 Prozent.

"Bunt und voller Energie"

»"2015 war nicht nur ein ereignisreiches Jahr für Merck, sondern vor allem ein erfolgreiches. Wir sind erneut profitabel gewachsen. Mit der Akquisition von Sigma-Aldrich haben wir den Portfolio-Umbau der letzten Jahre erfolgreich abgeschlossen. Und unser neuer Markenauftritt zeigt, was Merck ausmacht – denn er ist bunt und voller Energie."«

Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung

Im vergangenen Jahr legte Merck vor allem im Life-Science-Bereich, der Produkte für die Pharmaforschung anbietet und durch die Sigma-Aldrich-Übernahme an Bedeutung gewinnt, deutlich zu. Das bereinigte Betriebsergebnis der Sparte schnellte um 30 Prozent in die Höhe.

"Positiver Ausblick"

Karl-Ludwig Kley, Merck

Karl-Ludwig Kley. | Bildquelle: picture alliance / dpa

In der Gesundheitssparte stagnierte das Ergebnis dagegen wegen höherer Kosten für Marketing und Vertrieb sowie weggefallener Lizenzerlöse. Merck musste zudem bei seinen beiden umsatzstärksten Medikamenten, dem Mutiple-Sklerose-Mittel Rebif und dem Krebsmittel Erbitux, Umsatzrückgänge verdauen. Dagegen stieg das Ergebnis im Spezialchemiegeschäft unter anderem wegen Währungseffekten und dank AZ um mehr als ein Viertel.

Für 2016 stellte Kley, der nach der Hauptversammlung Ende April das Ruder an Vize-Chef Stefan Oschmann übergibt, weitere Zuwächse in Aussicht. Das bereinigte Betriebsergebnis soll um einen niedrigen zweistelligen Prozentbereich zulegen. Der Umsatz soll dank der Übernahme von Sigma-Aldrich ebenfalls im niedrigen zweistelligen Prozentbereich wachsen.

Analyst Peter Spengler von der DZ Bank zeigte sich in einer ersten Einschätzung zufrieden: Die Ergebnisse des vierten Quartals hätten die Erwartungen übertroffen und auch der erste Ausblick auf das laufende Jahr sei positiv. Im frühen Handel legt die Aktie leicht zu.

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