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Vier Silhouetten von Geschäftsmännern vor Dax-Logo

Umschichtungen in der Aktionärsstruktur

Mehr Privatanleger im Dax

Stand: 15.06.2017, 13:15 Uhr

US-Investoren mögen den Dax. Knapp ein Drittel der Anteile an den Dax-Konzernen befinden sich inzwischen in nordamerikanischer Hand. Erfreulicherweise mischen zunehmend auch deutsche Privatanleger im Dax mit.

Wie aus der neuesten Marktstudie von Ipreo und dem Deutschen Investor-Relations-Verband (DIRK) hervorgeht, ist im vergangenen Jahr der Anteil privater Haushalte im Dax auf 16,1 Prozent gestiegen. Das sind gut zwei Prozentpunkte mehr als 2015. Dominiert wird der Dax zwar weiter von institutionellen Investoren. Ihr Anteil sank allerdings von 60,8 auf 60,1 Prozent. Ankerinvestoren kontrollieren 20,8 Prozent.

Amerikanische Fonds auf dem Vormarsch

Insgesamt befindet sich der Dax immer noch weitgehend in ausländischer Hand. Fast 83 Prozent der Anteile werden von Ausländern gehalten. Die größte Gruppe sind die Nordamerikaner. Sie halten inzwischen 32,6 Prozent an den Dax-Unternehmen. Das sind über fünf Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

Dagegen zogen sich viele britische Investoren aus dem Dax zurück. Wegen des Brexit-Votums reduzierten sie ihr Engagement um 7,4 Prozent auf nur noch 19,2 Prozent. "Die Auswirkungen des Brexit sind auch im Dax angekommen", meinte Kay Bommer, Geschäftsführer des DIRK.

Anteil deutscher Investoren steigt

Im Gegenzug stockten die deutschen Investoren ihr Engagement im Dax auf - um 4,2 Prozentpunkte auf 17,1 Prozent. Vor allem die Deutsche Asset, Teil der Deutschen Bank, kaufte kräftig zu. Der erneute Anstieg heimischer Investoren stimme zuversichtlich, meinte Bommer.

"Die Abwanderung von britischen Investoren zugunsten amerikanischer und deutscher Anleger ist ein allgemeiner Trend, den wir nicht nur bei Dax-Unternehmen, sondern auch im deutschen Mittelstand beobachten", sagte Frederik Frank von der IR-Beratung Ipreo, Mitautor der Studie.

Blackrock bleibt der Top-Investor

Größter Investor im Dax bleibt Blackrock mit 10,2 Prozent Anteilen am institutionellen Streubesitz. Vor einem Jahr hatte die Beteiligungsgesellschaft aber noch 10,7 Prozent im Dax gehalten. Zweitgrößter Investor ist Vanguard, gefolgt von der norwegischen Norges Bank. An Bedeutung im Dax haben auch die Hedgefonds gewonnen, was sich in einer Rekord-Präsenz auf Hauptversammlungen widerspiegelte.

Der Handel der Dax-Aktien findet laut der Studie nur noch zu knapp einem Drittel (32,2 Prozent) über die Deutsche Börse statt. 42,9 Prozent des Handels liefen über OTC-Plattformen (Over the Counter). Dark Pools machen einen Anteil von 3,1 Prozent aus.

nb

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