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Gewinn eingebrochen

MAN kommt ins Rutschen

Böses Erwachen für den VW-Konzern: Die gekaufte Braut MAN ist weniger hübsch als früher. Der Traditionskonzern leidet unter der Lkw-Flaute und hat im vergangenen Jahr deutlich weniger Gewinn eingefahren.

Nicht nur Europa, sondern auch Brasilien hat schwere Bremsspuren in der Bilanz des Nutzfahrzeugkonzerns hinterlassen. Der Umsatz sank im vergangenen Jahr um vier Prozent auf 15,8 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis sackte um über ein Drittel (35 Prozent) auf 964 Millionen Euro ab. Unterm Strich blieb MAN nur noch ein Gewinn von 189 Millionen Euro übrig - 23 Prozent weniger als im Vorjahr.

Dennoch zeigte sich Vorstandschef Georg Pachta-Reyhofen zufrieden. Man habe trotz schwieriger Rahmenbedingungen fast eine Milliarde Euro operativ verdient, sagte er.

Aktie pendelt auf Vortagesniveau

Die Anleger sehen das deutlich kritischer. Die inzwischen im MDax notierte Aktie kann zur Handelseröffnung nur minimal zulegen.

Doch auf den Aktienkurs brauchen die MAN-Manager wahrscheinlich bald nicht mehr schauen. Der VW-Konzern plant offenbar, MAN ganz von der Börse nehmen. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Donnerstag berichtete, sollen die restlichen MAN-Aktionäre per Squeeze-Out abgefunden werden. VW bereitet derzeit einen Beherrschungsvertrag vor, für den gerade ein Gutachten erstellt wird. Schon bei einem Anteil von 90 Prozent wäre ein Squeeze-Out möglich. Derzeit halten die Wolfsburger 75 Prozent an MAN.

Krise trifft auch die Konkurrenten

Auch andere Lastwagenhersteller ächzen derzeit unter der Euro-Krise. Rivale Volvo und die VW-Schwester Scania verdienten im abgelaufenen Jahr deutlich weniger. Nun drängen die Lkw-Bauer in den chinesischen Markt, um die Absatzeinbußen in Westeuropa und Lateinamerika auszugleichen. Volvo will mit dem chinesischen Konkurrenten Dongfeng ein Gemeinschaftsunternehmen bilden. Damit würden die Schweden den führenden Lkw-Hersteller Daimler überrunden.

Stand: 08.02.2013, 09:08 Uhr

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