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Luxusgüter

Erleuchteter Louis Vuitton-Laden in Paris bei Nacht

Rekordumsatz und höherer Gewinn

LVMH trotzt der China-Flaute

Stand: 03.02.2016, 09:09 Uhr

Die Erwartungshaltung für das Jahresergebnis des französischen Luxusgüterkonzerns LVMH dürfte bei den Investoren wegen der China-Flaute nicht allzu hoch gewesen sein. Wie man sich doch irren kann.

Denn LVMH hat mit dem Geschäftsjahr 2015 einen exzellenten Jahrgang präsentiert. Die Erlöse stiegen auf den neuen Rekordwert von 35,7 Milliarden Euro, das war eine Zuwachs im Jahresvergleich von 16 Prozent. Bereinigt, das heißt ohne Währungseinflüsse, hätte der Zuwachs bei sechs Prozent gelegen.

Auch auf der Gewinnseite überzeugten die Franzosen. Mit operativ 6,6 Milliarden Euro wurden die Analystenerwartungen von 6,5 Milliarden Euro übertroffen. Netto blieben 3,57 Milliarden Euro in den Büchern stehen. Die Zahlen gab das Unternehmen am Abend in Paris bekannt.

Unter dem Dach des Unternehmens, dessen Aktie im Auswahlindex Stoxx 50 enthalten ist, finden sich unter anderem so bekannte und exklusive Marken wie der Modelabel Louis Vuitton, Parfume von Dior, Hennessy-Cognac, die Champagnermarke Moet & Chandon oder die Uhrenmarke TAG Heuer.

Schwierigeres Marktumfeld

Bernard Arnault

Bernard Arnault. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Firmenchef Bernard Arnault sprach in seinem Ergebniskommentar von ökonomischen und geopolitischen Unsicherheiten. Trotzdem habe man Rekordergebnisse erzielt. Im Ausblick für 2016 blieb er aber vage. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass sie Stärke der Marken auch 2016 anhalten werde.

Geografisch lief das Geschäft vor allem in Europa, den USA und Japan gut. Schwächen im China-Geschäft konnten kompensiert werden. Die ökonomische Unsicherheit in China verunsichert derzeit die Kunden und setzt der Luxusgüterbranche insgesamt zu. LVMH sprach von einer Normalisierung der Situation im Reich der Mitte. Der niedrige Ölpreis schwächte zudem die Kaufkraft der Kunden aus dem Nahen Osten und aus Russland.

Unter den einzelnen Bereichen bliebt die Modesparte mit einem Umsatz von 12,36 Milliarden Euro die mit Abstand größte. Die Erlöse legten organisch vier und berichtet 14 Prozent zu. Das operative Ergebnis stieg um zehn Prozent auf 3,5 Milliarden Euro.

Schmuck Collier von Bulgari

Bulgari Schmuck LVMH Luxus . | Quelle: Unternehmen

Die stärksten Zuwächse mit einem organischen Wachtsum von acht Prozent erwirtschaftete die kleinste Sparte, Uhren und Juwelen. Das operative Ergebnis sprang hier um 53 Prozent auf 432 Millionen Euro kräftig an. Besonders herausgehoben wurden die Marken Christian Dior bei den Parfums, Bulgari (Schmuck und Juwelen) sowie TAG Heuer (Uhren).

Aktie zuletzt unter Druck

Der Blick auf den Chart zeigt, dass das Papier im vergangenen Jahr keinen klaren Trend ausgebildet hat, dafür aber sehr volatil war. Diese Zick-Zack-Entwicklung hat dazu geführt, dass die Aktie seit Anfang November, dem letzten Zwischenhoch bei 173 Euro, unter Druck geraten ist und im Tief im Januar bis auf etwas über 133 Euro zurückfiel.

Die Zahlen beflügeln die Aktie im frühen Geschäft. Das Papier, das am Vortag auf Xetra bei 144,95 Euro geschlossen hatte, wird aktuell mit 153,77 Euro bezahlt - ein Zuwachs von rund sechs Prozent.

rm

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