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Luftfahrt

Flugzeug der Lufthansa fliegt aus Gewitterwolken in die Sonne (Collage)

Reicht das für den Wiederaufstieg der Airline?

Lufthansa überraschend in der Gewinnzone

Stand: 05.05.2015, 08:58 Uhr

Es gibt so was wie Hoffnung bei der schwer angeschlagenen Lufthansa. Der Jahresauftakt gelingt ohne rote Zahlen, durch Sondereffekte zwar, aber er gibt Hoffnung, dass die Tendenz aufwärts weist.

Es war ein Schreckensquartal für Europas größte Fluggesellschaft, schwer erschüttert durch den Absturz der Germanwings-Maschine. Wirtschaftlich ist es schon länger nicht zum Besten bestellt, die Pilotenstreiks belasten das Ergebnis. Die Biilligflieger setzen der Lufthansa zu. Und als reichte das noch nicht, setzen die Niedrigzinsen der Airline zu, weil sie für die Pensionszusagen mit Verzinsungen von um die sechs Prozent immer größere Summen für die Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter in Cockpit, Kabine und am Boden zurückstellen muss.

Doch zeigen sich im ersten Quartal 2015 durchaus Fortschritte. Der um Sonderfaktoren bereinigte saisontypische Verlust vor Steuern und Zinsen (adjusted Ebit) wurde eingedämmt, er betrug in den ersten drei Monaten 167 Millionen Euro nach einem Minus von 240 Millionen Euro im gleichen Vorjahreszeitraum.

Hierzu haben die Konzernbereiche Swiss, Lufthansa Cargo und Lufthansa Passage beigetragen. Das Ergebnis fiel besser aus als erwartet, von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Minus von 172 Millionen Euro gerechnet.

Die Pilotenstreiks belasteten das Ergebnis mit 42 Millionen Euro, im zweiten Quartal dürften sie noch einmal mit 58 Millionen belasten, weil Passagiere verunsichert durch die Streiks weniger im Voraus buchen.

Die Renten-Gefahr

Die Niedrigzinsen zogen milliardenschwere Belastungen bei den Betriebsrenten nach sich, was auf das Eigenkapital drückte. Die Eigenkapitalquote sank um 5,7 Prozentpunkte auf nun 7,5 Prozent. Für das Unternehmen besonders wichtig wäre die Umstellung der Betriebsrenten.

Unter dem Strich schaffte die Lufthansa wegen eines Finanzgeschäfts mit Aktien der US-Fluggesellschaft JetBlue sogar einen Gewinn von 425 Millionen Euro zu verbuchen. Vor einem Jahr musste sie auch hier einen Verlust einstecken – von 252 Millionen. Experten hatten nun wieder ein Minus erwartet – von 159 Millionen Euro.

Vorsichtige Prognose

Umsatzmäßig präsentierte sich die Fluglinie ebenfalls besser als gedacht, die Erlöse stiegen im ersten Quartal um acht Prozent auf 6,973 Milliarden Euro – die Marktschätzung lag bei 6,559 Milliarden.

Wie Lufthansa-Chef Carsten Spohr auf der Hauptversammlung vorige Woche mitteilte, bleibt er bei seiner Jahresprognose eines Betriebsergebnisses von mehr als 1,5 Milliarden Euro. Die Kosten für Streiks und den Konzernumbau sind in der Prognose nicht mitgerechnet. Nach mehreren Gewinnwarnungen bleibt Spohr vorsichtig. Aufgrund der Geschäftsentwicklung der letzten Wochen dürfte es unwahrscheinlich sein, die Prognose deutlich zu übertreffen.

Hoffnung auf Dividende

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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10,26
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Ein positives Signal gab Spohr während der Hauptversammlung an die Aktionäre: Der Konzern will künftig wieder regelmäßig Dividenden zahlen. Für Aufatmen sorgte am Aktienmarkt auch, dass die Lufthansa und die seit einem Jahr immer wieder streikenden Piloten inzwischen wieder aufeinander zugehen. So hat die Lufthansa der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) eine Gesamtschlichtung über sechs offene Tarifverträge angeboten.

Die Lufthansa-Aktie kann positive Unterstützung gebrauchen. Sie hat voriges Jahr rund zehn Prozent an Wert verloren, war bis zum Jahresende unter 14 Euro gefallen. 2015 sackte sie weiter durch Richtung 12 Euro. Wegen des schwachen Börsenwertes besteht die Gefahr eines Dax-Rauswurfes. Heute sehen Anleger aber offenbar einen Hoffnungsschimmer, die Lufthansa-Aktie gewinnt vorbörslich ein Prozent.

bs

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