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Luftfahrt

Lufthansa-Maschinen auf dem Flughafen in München

Dividende fällt aus

Lufthansa stürzt in die Verlustzone ab

Stand: 20.02.2015, 15:46 Uhr

Trotz des deutlich gesunkenen Ölpreises hat Europas größte Fluggesellschaft 2014 kein Geld verdient. Hohe Streikkosten und Rückstellungen bescherten der Lufthansa einen deutlichen Verlust. Prompt strich die Airline die Dividende.

Lufthansa-Aktionäre gehen 2014 leer aus. Der Dax-Konzern kündigte am frühen Freitagnachmittag überraschend an, auf die Auszahlung einer Dividende zu verzichten. Im vergangenen Jahr hatte die Lufthansa noch 45 Cent je Aktie ausgeschüttet.

Die Ausschüttung werde nicht durch ein ausreichendes Jahresergebnis gedeckt, begründete die Kranich-Airline den Schritt. Im vergangenen Jahr fiel ein Verlust von 732 Millionen Euro (nach deutscher Rechnungslegung HGB) an. 2013 hatte es noch einen Gewinn von 407 Millionen Euro gegeben.

Streiks und Sonderbelastungen führen zu Verlust

Schuld an den roten Zahlen waren unter anderem die zahlreichen Streiks, die die Fluggesellschaft  232 Millionen Euro kosteten. Hinzu kam eine Sonderbelastung aus dem Teilverkauf der IT-Sparte im Oktober 2014. Daneben schlugen auch höhere Pensionsverbindlichkeiten zu Buche.

Operativ machte die Lufthansa Fortschritte. Das vorläufige operative Ergebnis stieg um fast 37 Prozent auf 954 Millionen Euro - gemäß internationaler Rechnungslegung. Damit wurde die vom Konzern gesteckte Prognose von einer Milliarde Euro knapp verfehlt.

Aktien im Sinkflug

Die Anleger reagierten verschreckt auf die vorläufige Jahresbilanz der Lufthansa und die Streichung der Dividende. Die Aktien rutschen um knapp vier Prozent ab und fallen ans Dax-Ende.

Die Lufthansa kämpft seit Jahren mit der Konkurrenz der Billig-Airlines und der subventionierten Golf-Airlines. Die Wende soll eine Billig-Offensive mit der Marke Eurowings bringen. Allerdings gehen Teile der Belegschaft und vor allem die Piloten dagegen auf die Barrikaden.

nb

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