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Lufthansa-Maschinen am Düsseldorfer Flughafen

Nach kräftiger Gewinnsteigerung 2016

Lufthansa: Kein neuer Rekord in Sicht

Stand: 16.03.2017, 15:03 Uhr

Die Lufthansa hat im vergangenen Jahr trotz Pilotenstreik und Terrorangst erneut einen Rekordgewinn erzielt. In diesem Jahr dürfte es nicht ganz so viel werden. Die Anleger sind trotzdem begeistert.

Die Aktie des im Dax notierten Unternehmens legt um über fünf Prozent zu und ist damit der stärkste Wert im Leitindex. Damit "feiern" die Anleger sowohl die guten Geschäftszahlen des vergangenen Jahres als auch die am Voraband erzielte Eingung im jahrelangen Tarif- und Rentenstreit mit den Piloten.

Wegen höherer Treibstoffkosten erwartet Lufthansa in diesem Jahr im operativen Geschäft eine etwas schwächere Rendite. Das Betriebsergebnis (bereinigtes Ebit) dürfte 2017 leicht unter dem Wert des Vorjahres liegen, teilte die Lufthansa am Morgen mit. Tatsächlich dürften die Treibstoffkosten in diesem Jahr 5,2 Milliarden Euro betragen, 350 Millionen mehr als im vergangenen Jahr.

Für die Fluggesellschaft ist die Tankrechung einer der größten Kostenfaktoren. Gleichzeitig dürften dieses Jahr die Stückerlöse - ein wichtiger Maßstab in der Branche - weiter sinken. Die Geschäfte im Januar und Februar seien jedoch gut gelaufen, sagte Finanzvorstand Ulrik Svensson. Belastet werde das Ergebnis auch von den erwarteten Verlusten bei der Billig-Tochter Eurowings.

Turbulentes Jahr

Im vergangenen Jahr hat die Airline trotz Pilotenstreik und Terrorangst erneut einen Rekordgewinn erzielt. Dabei war das abgelaufene Jahr turbulent für die Lufthansa. Im Sommer kappte der Konzern wegen der Anschläge in Europa seine Gewinnprognose, nur um sie im Oktober wieder zu erhöhen.

Unter dem Strich blieb am Ende mit 1,8 Milliarden Euro fast fünf Prozent mehr Gewinn übrig als ein Jahr zuvor. Das um Sonderposten bereinigte operative Ergebnis ging jedoch um rund vier Prozent auf 1,75 Milliarden Euro zurück und war damit etwa so hoch wie von Analysten erwartet.

Positiver Sondereffekt

Allerdings profitierte Lufthansa von einem bedeutenden Sondereffekt: Dank der Entlastung bei den Betriebsrenten der Flugbegleiter, die nur noch Festbeiträge erhalten statt einer garantierten Rentenhöhe, sparte der Konzern 652 Millionen Euro. Das am Mittwoch verabredete Abkommen mit den Piloten soll im laufenden Geschäftsjahr einen ähnlichen Einmaleffekt in hoher dreistelliger Millionenhöhe bringen, sagte Finanzvorstand Ulrik Svensson.

Für 2016 will die Fluggesellschaft eine unveränderte Dividende von 50 Cent je Aktie zahlen. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einer Ausschüttung von 51 Cent je Titel gerechnet. Das abgelaufene Jahr war turbulent für die Lufthansa. Der seit fünf Jahren schwelende Konflikt steht aber nach einem Verhandlungsdurchbruch am Mittwoch vor einer Lösung.

Lufthansa wurde inzwischen von Ryanair als größte europäische Airline verdrängt. Voriges Jahr beförderte die Lufthansa zusammen mit den Töchtern 109,7 Millionen Passagiere, ein Plus von 1,8 Prozent. Mit der irischen Billiggesellschaft flogen im gleichen Zeitraum 117 Millionen Menschen - 15 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Möglich machen das niedrige Kosten, eine einheitliche Boeing-Flotte und die neue Strategie, vermehrt auch große Flughäfen anzufliegen.

lg

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