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Luftfahrt

Flugzeug der Lufthansa fliegt aus Gewitterwolken in die Sonne (Collage)

Ergebnisanstieg im Visier

Lufthansa sieht 2015 den Silberstreif

Stand: 12.03.2015, 09:37 Uhr

Die Konkurrenz am Himmel ist stark. Schnell wachsende Airlines aus dem Nahen Osten und Billigrivalen machen der Lufthansa das Leben schwer. Zudem drohen neue Pilotenstreiks. Und doch hofft die Lufthansa auf weitere Ergebnissteigerungen 2015.

Europas größte Fluggesellschaft setzt auf die weitere Erholung. Für dieses Jahr erwartet Konzernchef Carsten Spohr ein bereinigtes operatives Ergebnis (adjusted Ebit) von 1,5 Milliarden Euro. Gegenüber den 1,2 Milliarden Euro 2014 wäre das rund ein Viertel mehr.

Wie viele Aussagekraft dieses Ergebnisziel hat, sei einmal dahingestellt. Denn es bezieht sich auf ein Ergebnis, das um Sondereffekte wie außerplanmäßige Abschreibungen bereinigt ist, wie zum Beispiel Rückstellungen für Pensionen - angesichts der Streiklage ein schwer kalkulierbarer Posten, der sich auf das Ergebnis unterm Strich erheblich auswirken kann.

Viel Konkurrenz am Himmel

Wegen des harten Wettbewerbs muss die Airline ebenso hart kalkulieren. Die Ticketpreise dürften auch in diesem Jahr deutlich sinken, sagte Finanzchefin Simone Menne. Die Entwicklung der Durchschnittserlöse, der sogenannten Yields, dürfte dieses Jahr "deutlich negativ" verlaufen, so Menne. "Der Wettbewerb wird nicht schwächer."

Lufthansa-Chef Spohr treibt daher den Umbau der Fluglinie voran, arbeitet an "wettbewerbsfähigen Strukturen". Konkret heißt das: Er setzt auf seine neue Günstig-Airline Eurowings, die im Spätherbst auf Strecken innerhalb Europas und auf Langstreckenverbindungen an den Start geht.

Die Zwei-Klassen-Gesellschaft der Lufthansa

Die Kosten sollen 40 Prozent unter denen der angestammten Kranichlinie liegen. Das heißt: Die Piloten und Flugbegleiter bekommen bei der Tochter weniger Lohn als die Kollegen, die für die Muttergesellschaft fliegen.

Daher gehen Teile der Belegschaft, vor allem die Piloten, auf die Barrikaden. Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft innerhalb eines Unternehmens fördert nicht gerade das Zugehörigkeitsgefühl und den Zusammenhalt.

Aktionäre müssen darben

Konsequenterweise setzte Spohr nach langem Zögern auch bei den Aktionären den Rotstift an und strich die Dividende. Die tiefroten Jahreszahlen 2014 (zumindest nach HGB) ließen ihm auch kaum eine andere Wahl. Es war interessanterweise nicht allein der harte Wettbewerb, der die Airline in Bedrängnis brachte. Es lag auch an Fehlkalkulationen bei Absicherungsgeschäften für Kerosin.

bs

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Die Baustellen der Lufthansa

Die Airline kämpft an vielen Fronten

Lufthansapiloten während eines Streiks

Problem 1: Streiks überall

Fast muss man sich fragen: Wann wird bei der Lufthansa mal nicht gestreikt? Es gibt halt verschiedene Gewerkschaften, verschiedene Berufsgruppen, verschiedene Tarifkonflikte. Ein kleiner Hoffnungsschimmer glimmt, da das Unternehmen gerade der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ein besseres Angebot zu den Übergangsversorgungen versprach. Scheitern die Gespräche aber erneut, scheint die zwölfte Streikrunde seit April 2014 unausweichlich. Und die Streiks könnten noch intensiver werden, droht VC. Im vergangenen Jahr hat die Lufthansa durch die Streiks mehr als 230 Millionen Euro verloren. Der Imageverlust ist nicht in Zahlen zu benennen.

Die Flugbegleiter von Ufo sind etwas moderater unterwegs, wollen aber auch ihre tariflichen Besitzstände verteidigen.

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