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Luftfahrt

Lufthansa-Logo am Frankfurter  Flughafen

Dank billiger Kerosinpreise

Lufthansa: Dickes Plus

Stand: 17.03.2016, 15:20 Uhr

Die stark gefallenen Ölpreise helfen nicht nur den Autofahrern. Auch die Luftfahrtbranche spart Milliarden. Davon profitiert natürlich auch die Lufthansa - trotz Streiks und dem Absturz der Germanwings-Maschine. Die Anleger sind trotzdem sauer.

Die Lufthansa-Aktie bricht um fast sechs Prozent ein und ist damit der mit Abstand schwächste Wert im Dax. Grund ist offenbar der vorsichtige Ausblick und die Aussicht auf Verluste bei der Tochter Eurowings. Vielleicht sind es auch einfach nur Gewinnmitnahmen nach der steilen Erholung der letzten Wochen. Die Geschäftszahlen hätten lediglich die Erwartungen erfüllt, lautete das nüchterne Fazit von Commerzbank-Analyst Johannes Braun.

Dabei können sich die Anteilseigner für das abgelaufene Jahr wieder auf eine Dividende freuen. 50 Cent sollen sie erhalten, nachdem sie 2014 leer ausgegangen waren. Künftig will der Konzern zwischen 10 und 25 Prozent des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) an die Anteilseigner ausschütten. Der am Morgen veröffentlichten Bilanz zufolge wuchs der Umsatz 2015 um knapp sieben Prozent auf 32,1 Milliarden Euro.

Das Betriebsergebnis (bereinigtes Ebit) sprang um 55 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Das entspricht der im Oktober veröffentlichten Spanne zwischen 1,75 bis 1,95 Milliarden. Der Löwenanteil der Verbesserung kommt allein vom Passagiergeschäft, dessen Ebit um 143 Prozent auf 970 Millionen Euro gestiegen ist - vor allem dank der guten Geschäfte der Lufthansa-Mutter. Die Airline hat im vergangenen Jahr so viele Passagiere befördert wie noch nie. Die Zahl der Fluggäste kletterte konzernweit um 1,6 Prozent auf 107,7 Millionen.

Die Tochter Eurowings, die vom Geschäftsjahr 2016 an ein eigenes Rechenwerk vorlegen wird, schaffte im vergangenen Jahr lediglich ein bereinigtes Ebit von 38 Millionen Euro bei einem Umsatz von 1,9 Milliarden Euro.

Ergebnis soll steigen

Nach Aussagen des Vorstands sollen die Geschäfte auch weiter gut laufen: In diesem Jahr werde das bereinigte Ebit den Vorjahreswert leicht übersteigen. Die Ticketpreise dürften weiter fallen. Finanzchefin Simone Menne erwartet aber auch, dass die Lufthansa eine weitere Milliarde Euro weniger für Treibstoff ausgeben muss.

Wesentlicher Treiber der erwarteten Ergebnisverbesserung soll erneut das Passagiergeschäft der Lufthansa. Die Tochter Swiss rechnet wegen des starken Schweizer Frankens mit einem etwas schlechteren Ergebnis als im Vorjahr. Austrian Airlines dürfte dagegen abermals ein deutlich besseres Ergebnis erzielen. Demgegenüber erwartet die Eurowings-Tochter ein leicht negatives Ergebnis, was vor allem eine Folge der Investitionen in den Aufbau der Gesellschaft ist.

Mehr Eigenkapital

Das abgelaufene Jahr war hart für die Lufthansa. Im März lenkte der Copilot eine Maschine der Tochter Germanwings in einen Berg - alle 150 Menschen an Bord kamen ums Leben. Zudem legten Flugbegleiter und Piloten wegen Tarifstreitigkeiten wiederholt die Arbeit nieder. Allein im vierten Quartal sind Streikkosten von 100 Millionen Euro entstanden.

Trotz dieser Belastungen hat sich die finanzielle Ausstattung des Konzerns weiter verbessert: Die Eigenkapitalquote lag zum Jahresende bei 18 Prozent. Die Liquidität hat sich erhöht, die Nettokreditverschuldung ging dagegen zurück, der Free Cash Flow stieg deutlich auf mehr als 800 Millionen Euro und unsere Ratings wurden bestätigt.

lg

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