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Warnung

Wie gewonnen, so zerronnen

Loewe-Aktionäre drohen alles zu verlieren

Stand: 17.01.2014, 08:44 Uhr

Die kräftigen Kursgewinne bei der Loewe-Aktie haben keine Substanz. Die Übernahme des operativen Geschäfts von Loewe ist für Aktionäre eine schlechte Nachricht.

Brieftasche Geldbörse leer. | Quelle: photos.com

Damit dürften sich die Kursgewinne von bis zu 18 Prozent der Loewe-Aktie auch schon bald wieder in Verluste verwandeln. Denn nach der Übernahme von wesentlichen Teilen der Loewe AG durch "eine Investorengruppe aus deutschen Familienunternehmern und ehemaligen Apple- und Bang & Olufsen-Topmanagern sowie der Vorstand der Loewe AG", wird auch nach Meinung von Loewes PR-Beauftragtem Christoph Möller "für Aktionäre nach jetzigem Stand nichts übrig bleiben".

Das lehrt auch die Erfahrung aus einer Reihe von vergleichbaren Übernahmen wie beispielsweise beim Solarunternehmen Q-Cells, beim Modeunternehmen Escada und beim Flugzeugmotorenhersteller Thielert.

Die Käufe wurden wie nun auch bei Loewe im Rahmen eines Asset Deals durchgeführt. Der Kaufpreis dürfte auch im Fall der Loewe AG nicht ausreichen, um die Schulden des Unternehmens zu begleichen. Diese lagen Ende Juni bei mehr als 100 Millionen Euro. Somit dürfte die Loewe AG als hoch verschuldete leere Hülle ohne operatives Geschäft zurückbleiben. Denn zuerst werden die Gläubiger bedient, die Aktionäre stehen dagegen an letzter Stelle. Im Gegensatz zu einem Share Deal werden bei einem Asset Deal keine Aktien übernommen. Daher gibt es auch kein Übernahmeangebot für die Aktien des betroffenen Unternehmens.

Nur konsequent dabei ist, dass die Loewe AG in einer Ad-hoc-Mitteilung bekannt gab: "In Folge der Transaktion soll die Loewe AG kurzfristig von der Börse genommen und abgewickelt werden."

ME

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