Seitenueberschrift

Internet

LinkedIn

Aktie verliert 44 Prozent

LinkedIn vertreibt die Anleger

Stand: 07.02.2016, 13:20 Uhr

Sind die besten Zeiten für LinkedIn vorbei? Das Karriere-Netzwerk stellt sich für 2016 auf ein nicht mehr so ganz rasantes Wachstum ein. Die Anleger flüchten in Scharen aus der Aktie. Darunter leidet auch Konkurrent Xing.

Das Karriere-Netzwerk rechnet für das laufende Jahr nur noch mit Erlösen von 3,60 bis 3,65 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 20 bis 22 Prozent. 2015 hatte LinkedIn noch ein Plus von rund 35 Prozent erzielt.

Analysten-Prognosten klar verfehlt

LinkedIn: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
171,87
Differenz absolut
-0,25
Differenz relativ
-0,15%

Für das erste Quartal stellte LinkedIn einen Umsatz von 820 Dollar und einen Gewinn von 55 Cents je Aktie in Aussicht. Analysten zeigten sich ernüchtert. Sie hatten im Schnitt deutlich mehr erwartet: nämlich 75 Cents Gewinn je Aktie und Erlöse von 868,3 Millionen Dollar.

Daraufhin purzelte die Aktie von LinkedIn wie eine Lawine nach unten. Das Papier verliert sage und schreibe 44 Prozent und geht bei 108,38 Dollar aus dem Handel - das entspricht den Kurs vom Dezember 2012. Vor knapp einem Jahr, im März 2015 war die LinkedIn-aktie noch auf den Rekordwert von 270 Dollar gestiegen.

Wachstum flacht ab

Bereits im vierten Quartal 2015 zeigten sich erste Wachstumsschwächen. Ein Analyst hob hervor, dass die Zahl der Unique Visitors nur noch um sieben Prozent zulegte. Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Mitglieder um über drei Prozent auf 414 Millionen. Dabei kam über die Hälfte des "Traffic" aus dem mobilen Internet.

Verlust im vierten Quartal

Im Schlussquartal übertraf LinkedIn dennoch die Analysten-Erwartungen. Der Umsatz stieg um ein Drittel auf knapp 862 Millionen Euro. Analysten hatten mit vier Millionen weniger gerechnet. Allerdings rutschte LinkedIn erneut in die roten Zahlen. Der Verlust lag bei 8,4 Millionen Dollar. Im Vorjahresquartal hatte es noch einen Gewinn von 3,0 Millionen Dollar gegeben.

Das Business-Netzwerk investiert in neue Dienste und will sich zu einem Bewerber-Portal mausern. Es wurde ein Dienst eingeführt, mit dem Mitglieder ihre Kontakte für offene Stellen im Unternehmen vorschlagen können.

Xing wird mitgerissen

Der schwache Ausblick für 2016 belastet am Freitag auch die Aktie von Xing. Der Titel des deutschen Karriere-Netzwerks fällt zur Handelseröffnung um fast vier Prozent und ist Schlusslicht im TecDax. "Normalerweise hat Linkedin nur einen begrenzten Einfluss auf Xing, aber diese Nachrichten von LinkedIn sind gewiss nicht positiv", sagte ein Händler.

nb

Darstellung: