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Autozulieferer

Leuchtendes Ladekabel für Elektrofahrzeuge von Leoni

Harte Zeiten

Leoni unterwegs in eine graue Zukunft

Stand: 22.02.2016, 11:14 Uhr

Die schwache Konjunktur wirft einen Schatten auf die Jahreszahlen des Autozulieferers Leoni. Umsatz- und Ergebnisprognosen für 2016 sind nicht mehr zu halten, deshalb stürzt die Aktie tief.

Mit einem Abschlag von knapp zehn Prozent auf rund 26 Euro fallen die Aktien von Leoni ans MDax-Ende. Die Investoren dürften sich an den Oktober des vergangenen Jahres erinnern, als eine Gewinnwarnung das Unternehmen auf Talfahrt schickte und massiv Börsenwert vernichtet wurde. Wegen des eingetrübten Autogeschäfts in Russland und überraschend hoher Anlaufkosten bei Neuaufträgen hatte das fränkische Unternehmen damals seine Ziele für 2015 und 2016 kassiert.

Trübe Aussichten

Davon hat sich der Aktienkurs bis heute nicht erholt. Bereits seit dem Rekordstand aus dem Juni 2015 bei 62,81 Euro ging es rasant abwärts. Besserung ist nicht in Sicht. Für 2016 rechnet der Hersteller von Bordnetzen mit sinkenden Einnahmen und Gewinnen.

Der Umsatz werde auf 4,4 Milliarden Euro von zuletzt 4,5 Milliarden zurückgehen, teilt das Management mit. Das Betriebsergebnis dürfte weiter auf 105 Millionen Euro schrumpfen. Als Grund nannte der Zulieferer die eingetrübte Konjunktur.

"Größere Umstrukturierungen"

Leoni-Vorstandschef Dieter Bellé

Leoni-Vorstandschef Dieter Bellé. | Bildquelle: Unternehmen

Im abgelaufenen Jahr fiel das Ebit nach vorläufigen Berechnungen um 17 Prozent auf 151 Millionen Euro. Dank Einnahmen aus dem Verkauf eines chinesischen Werks (19,6 Millionen Euro) lag der Wert deutlich über dem selbstgesteckten Ziel von 130 Millionen Euro. Ohne den Verkauf übertraf Leoni die Marke nur knapp. Beim Umsatz landete das Unternehmen über der eigenen, gekappten Prognose. Die Erlöse stiegen um rund zehn  Prozent auf 4,5 Milliarden Euro.

Das Unternehmen ringt derzeit mit Auftragsschwankungen und einhergehenden hohen Kosten in der Bordnetzsparte. Der Segmentchef Andreas Brand nahm im November seinen Hut. Aufgrund gestiegener Löhne sollen Teile der Produktion in Rumänien in andere Länder verlagert werden.

Der Konzern will jetzt 30 Millionen Euro einsetzen, um vor allem die problembehaftete Sparte umzubauen. Dabei gehe es um "größere Umstrukturierungen", sagte ein Sprecher.

ts

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