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Goldpreis

"Der Kursverfall ist nur eine kleine Korrektur"

Der Goldpreis ist zuletzt überraschend eingeknickt. Sorgen müssen sich Anleger deshalb aber nicht machen, sagt Axel Rudolph, technischer Analyst bei der Commerzbank. Denn 2013 dürfte es wieder weiter nach oben gehen.

Axel Rudolph, technischer Analyst bei der Commerzbank

boerse.ARD.de: Anleger reißen sich um die Krisenwährung Gold. Das Edelmetall hat in den vergangenen zwölf Jahren stetig an Attraktivität gewonnen. Zuletzt ist der Goldpreis in US-Dollar aber wieder gesunken, auf 1.648 Dollar je Feinunze. Ein schlechtes Vorzeichen für 2013?

Axel Rudolph: Das kam auch für Analysten wie mich überraschend. Aber da auf dem Goldmarkt jetzt gegen Ende des Jahres weniger Volumen gehandelt wird, halte ich diese Abwärtsbewegung für nicht repräsentativ. Der Kursverfall dürfte nur eine kleine Korrektur sein im langfristigen Aufwärtstrend. Da darf man nicht zu viel hinein lesen. Außerdem muss man dazu sagen, dass der Goldkurs trotzdem binnen Jahresfrist noch rund fünf Prozent zugelegt hat.

boerse.ARD.de: Dann dürfte der Goldpreis also seinen Höhenflug 2013 fortsetzen?

Rudolph: Die beiden Tiefs von Ende 2011 und Mitte 2012 bilden eine Zone zwischen 1.522 und 1.527 Dollar. Solange der Goldpreis darüber bleibt, dürfte er langfristig weiter steigen. Dann könnte er Mitte des Jahres wieder die 1.800er-Zone erreichen. Sobald er die überschreitet, wartet das Allzeithoch bei 1.921 Dollar.

boerse.ARD.de: Aber falls der Goldpreis doch weiter einbrechen sollte?

Rudolph: Dann würde er sehr schnell in die 1.400er-Zone fallen und vielleicht sogar bis zum Jahrestief von 2011 bei 1.308 Dollar. Das halte ich aber für sehr unwahrscheinlich.

boerse.ARD.de: Was konkret erwartet denn die Anleger gleich zu Beginn des neuen Jahres?

Gold in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1387.88
Differenz absolut
18.78
Differenz relativ
+1.37%
Gold in Euro: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
Kurs
1073.01
Differenz absolut
8.20
Differenz relativ
+0.77%

Rudolph: Betrachten wir den Zeitraum von Januar bis März, könnte es durchaus sein, dass der Goldpreis erst einmal weiter fällt bis in die 1.600er-Zone. Dort gibt es eine Unterstützungszone und der Kurs sollte von dort aus wieder steigen. Damit die Bullen die Oberhand gewinnen, müsste der Kurs aber auf jeden Fall das November-Hoch bei 1.755 Dollar übertreffen.

boerse.ARD.de: Zeichnet sich dasselbe Bild im Euro-Chart ab?

Rudolph: Die beiden Charts ähneln sich sehr. In Euro fällt der Goldpreis ebenfalls und notiert derzeit bei 1.250 Euro je Feinunze. Auch das dürfte aber nur eine kleine Verschnaufpause auf einer langen Bergtour sein. Vorausgesetzt, der Kurs bleibt über dem Mai-Tief bei 1.198 Euro.

boerse.ARD.de: Und wie sieht es bei den Goldminen-Aktien aus?

Rudolph: Beim Goldbugs-Index sieht es meiner Meinung nach nicht so rosig aus. Der Index ist schon 2012 um 14 Prozent gefallen, während der Goldpreis zugelegt hat. Wer Gold kaufen will, sollte daher zum Edelmetall selbst greifen.

Das Gespräch führte Ursula Mayer.

Stand: 23.12.2012, 09:00 Uhr

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