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Nahrungsmittel

ARD-Börsenstudio: Jan Plate

Für 143 Milliarden Dollar

Kraft Heinz will Unilever übernehmen

Stand: 17.02.2017, 16:10 Uhr

Die nächste Elefantenhochzeit kündigt sich an. Der US-Nahrungsmittelkonzern Kraft Heinz hat Interesse an der niederländisch-britischen Unilever. Ein wahrer Branchenriese würde entstehen. Aber 143 Milliarden Dollar sind Unilever viel zu wenig.

Der Preis wäre ein Aufschlag von gut 18 Prozent auf den Unilever-Schlusskurs vom Donnerstag. Kraft Heinz hat am Freitag bestätigt, dass man Interesse an einer Übernahme des Konsumgüterkonzerns Unilever habe. Aber die Holländer winkten umgehend ab. Mit dem Angebot werde der Wert von Unilever deutlich zu niedrig eingeschätzt, teilte der Anbieter von Marken wie Knorr, Rama und Coral am Freitag mit. Für weitere Gespräche gebe es keine Grundlage, hieß es weiter.

Eine deutliche Abfuhr, möchte man meinen. Trotzdem, es fehlt der Glaube, denn in der Nahrungsmittelindustrie drehte sich das Fusionskarussell zuletzt mit viel Schwung. So legt das Unilever-Papier an der Börse kräftig um über elf Prozent zu. Auch Kraft Heinz-Papiere steigen an der Nasdaq um über sieben Prozent.

Noch am Vortag hatten die Anleger enttäuscht auf die Kraft Heinz-Jahreszahlen reagiert. Der Umsatz war von 27,45 auf 26,5 Milliarden Dollar gesunken. Eine Fusion der beiden Riesen würde einen wahren Branchengiganten schaffen. Kraft Heinz ist aktuell rund 100 Milliarden, Unilever (die holländische und britische Notierung zusammen) rund 130 Milliarden Euro wert.

Fusionen liegen in der Luft

Warren Buffett

Warren Buffett. | Bildquelle: picture alliance / dpa

In der Nahrungsmittelbranche hat es in den letzten Jahren immer wieder spektakuläre Transaktionen gegeben. So hatte der legendäre Investor Warren Buffett im Jahr 2013 den traditionsreichen Ketchup-Hersteller Heinz für 28 Milliarden übernommen und steht auch aktuell zumindest im Hintergrund.

Mit Hilfe der Investmentfirma 3G fädelte Buffetts Holding Berkshire Hathaway nämlich 2015 die Fusion zwischen Kraft Foods und dem zuvor übernommenen Ketchup-Hersteller ein und formte Kraft Heinz. Heute hält Buffett am Konzern 26,8 und 3G 24,2 Prozent. Der Rest ist im Streubesitz.

Deckel mit Kraft Macaroni-Schriftzug und Heinz-Tomaten-Ketchup-Flasche

Kraft Heinz. | Bildquelle: Unternehmen, Montage: boerse.ARD.de

Ob Capri Sonne, Maxwell-Kaffee oder der bekannte Philadelphia-Frischkäse, Kraft Heinz hat zusammen mit dem sehr bekannten Heinz-Ketchup eine ganze Fülle bekannte Marken unter seinem Dach - was auch für Unilever gilt, das allerdings neben Nahrungsmitteln wie Knorr-Suppen und Lätta-Margarine auch Konsumgüter wie etwa die Dove-Pflegereihe unter seinem Dach hat.

Aus Kraft wurde Mondelez und Kraft Foods

Kraft- und Mondelez-Logos

Kraft- und Mondelez-Logos. | Quelle: Unternehmen

Kraft Foods wiederum war aus der 2012 erfolgten Aufspaltung von Kraft in zwei eigenständige Unternehmen entstanden. Die auf Snacks und Süßwaren sowie das Geschäft außerhalb Nordamerikas spezialisierte andere Hälfte ist heute unter dem Namen Mondelez International vertreten und unter anderem durch die berühmte Milka-Schokolade bekannt. Kapitalmäßig ist Mondelez nicht mehr mit Kraft beziehungsweise Kraft Heinz verflochten. Neben institiutionellen Besitzern sind über 80 Prozent der Anteile im Streubesitz. Erst jüngst hatten Gerüchte über eine Wiedervereinigung von Kraft Heinz und Mondelez an der Börse für Aufregung gesorgt.

Apropos Aufregung: Im Dax legen auch die beiden deutschen Konsumgütervertreter und Unilever-Konkurrenten Beiersdorf und Henkel gegen den Markttrend zu. Schlechter sieht es bei Mondelez aus. Die Aussicht auf stärkere Konkurrenz drückt auf den Aktienkurs. Das Papier verliert an der Wall Street derzeit knapp zwei Prozent.

Beiersdorf: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
96,01
Differenz relativ
-0,27%
Henkel VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
125,55
Differenz relativ
-1,02%

rm

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