Logo des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé vor der Hauptverwaltung in Vevey

Abspaltungsphantasie Kommen Nestle und Merck ins Geschäft?

Stand: 10.09.2017, 12:20 Uhr

Der Schweizer Lebensmittelriese Nestle hat Insidern zufolge ein Auge auf das zur Disposition stehende Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten des Darmstädter Merck-Konzerns geworfen.

Nestle und Merck hätten bereits miteinander gesprochen, bevor die Südhessen den Bereich mit Marken wie dem Nasenspray Nasivin offiziell ins Schaufenster stellten, sagten drei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Zwei Insidern zufolge haben die beiden Konzerne über ein Gemeinschaftsunternehmen verhandelt.

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Die Gespräche seien aber ergebnislos geblieben, da man sich über die Struktur eines Joint Ventures - das die Schweizer mangels Erfahrung in dem Geschäft bevorzugt hätten - nicht habe einigen können. Nestle sei aber weiter interessiert, ebenso der US-Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson sowie der britische Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser. Die genannten Unternehmen wollten sich dazu nicht äußern.

Fünf Milliarden werden erhofft

Logo des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé vor der Hauptverwaltung in Vevey

Nestlé-Hauptverwaltung in Vevey. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Merck hatte am Dienstag angekündigt, einen vollständigen oder teilweisen Verkauf des Geschäfts als auch strategische Partnerschaften zu prüfen. Bis Anfang 2018 soll eine Entscheidung fallen. Ein Merck-Sprecher sagte am Freitagabend, dass die US-Investmentbank JP Morgan den Konzern berät.Zwei Insidern zufolge ist außerdem die US-Investmentboutique Guggenheim mit im Boot. Merck und Guggenheim wollten dazu keine Stellung nehmen.

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Gerüchte, dass Merck sich von dem Geschäft mit seinen weltweit 3.800 Mitarbeitern und einem Umsatz von zuletzt 860 Millionen Euro trennen will, gibt es bereits seit Jahren. Bislang hatte das Unternehmen offiziell stets abgewinkt. Insidern zufolge stand das Management in den vergangenen Monaten wiederholt mit potenziellen Käufern im Austausch. Dabei seien die Gespräche mit Nestle am fortgeschrittensten gewesen, sagte einer der Insider.

Einem der Insider zufolge hofft Merck auf einen Preis von fünf Milliarden Euro, während andere schon vier Milliarden als zu ambitioniert ansehen. Die Analysten von Bernstein kalkulieren mit einer Preisspanne von 3,7 bis 5,6 Milliarden Euro.

rtr

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