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Kion: Börsengang mit Abstrichen

Der vormals zum Linde-Konzern gehörende Gabelstapler-Hersteller Kion ist heute in Frankfurt an die Börse gegangen. 20 Prozent der Aktien sind in den freien Handel gekommen - und gaben ein enttäuschendes Debüt. Der Schlusskurs lag unter dem Ausgabepreis.

Baoli Gabelstapler stapelt Paletten

Kion Baoli Gabelstapler 1408. | Quelle: Unternehmen

Der Börsenneuling ging am Freitag mit 23,70 Euro aus dem Xetra-Handel. Die Erstnotiz hatte am Morgen noch bei 24,19 Euro gelegen, bald aber rutschte die Aktie sogar unter den Ausgabepreis bei 24 Euro.

Dieser hatte nur am unteren Ende der von 24 bis 30 Euro reichenden Zeichnungsspanne gelegen. Grund dafür waren die jüngsten Turbulenzen an den Aktienmärkten. Wegen des niedrigen Preises erhält Kion auch weniger Geld als erhofft von seinem chinesischen Großaktionär Weichai Power.

Insgesamt flossen dem Unternehmen netto 732,5 Millionen Euro zu, davon kommen 404,1 Millionen Euro von der Ausgabe der gut 17,2 Millionen an der Börse platzierten Aktien. Die restlichen 328,4 Millionen Euro zahlt Weichai Power, um seine Beteiligung an dem Gabelstapler-Hersteller auf 30 Prozent aufzustocken.

Höherer Ausgabepreis erwartet

Weichai hatte noch vor dem Börsendebüt 13,7 Millionen neue Kion-Aktien erworben und zahlte dafür wie die anderen Aktionäre 24 Euro je Stück. Die Chinesen hatten sich bereit erklärt, maximal jeweils 29,21 Euro zu zahlen - den gleichen Preis, den sie für ihr bisheriges Engagement gezahlt hatten.

Börsianer hatten zuletzt erwartet, dass der Ausgabepreis für die Kion-Papiere eher in der Mitte der Spanne landen würde. Lange Zeit waren die Anteilsscheine am Graumarkt sogar mit mehr als 32 Euro gehandelt worden, doch der jüngste Einbruch an den weltweiten Aktienmärkten ging auch an Kion nicht spurlos vorbei. Das Unternehmen wird an der Börse jetzt mit rund 2,3 Milliarden Euro bewertet.

Schlechtes Omen für Annington

Der jüngste Einbruch am Aktienmarkt ist auch ein schlechtes Omen für den geplanten Börsengang des Wohnungskonzerns Deutsche Annington, der seine Aktien zu einem Preis von 18 bis 21 Euro anbietet und am 3. Juli an die Börse will. Etliche deutsche Großanleger hatten den Preis zuletzt als ambitioniert bezeichnet.

Mit den Einnahmen aus der Emission will der nach Toyota weltweit größte Hersteller von Flurförderzeugen Spielraum für weiteres Wachstum gewinnen und einen Teil der Schulden abbauen, mit denen die Finanzinvestoren KKR und Goldman Sachs den Konzern belastet hatten. Zuletzt beliefen sich die Netto-Schulden auf 1,82 Milliarden Euro.

lg/la

Stand: 28.06.2013, 17:43 Uhr

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