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Massiver Stellenabbau droht

Kehraus bei der Commerzbank?

Die Stoßrichtung ist schon länger klar bei der Commerzbank. Bankchef Blessing will massiv die Kosten senken, um die Bank wieder auf Kurs zu bringen. Jetzt tauchen erste Zahlen auf.

Commerzbankschriftzug vor der Commerzbank-Zentrale in Frankfurt (Quelle: pa/dpa)

Der Rotstift geht um bei der Commerzbank

Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, sollen im Deutschland-Geschäft der Bank rund 10 bis 15 Prozent der Stellen auf der Kippe stehen. Dabei beruft sich das Blatt auf Finanzkreise.

Bezogen auf die Gesamtstärke von rund 43.000 Mitarbeitern würde dies einen Abbau zwischen 4.000 und 6.500 Arbeitsplätzen bedeuten. Die Bank äußerte sich nicht zu dem Bericht.

Ohnehin handele es sich nur um vorläufige Größenordnungen, heißt es weiter, erst im Februar würden Gespräche mit dem Betriebsrat beginnen. Zudem gebe es noch zahlreiche Stellschrauben.

Neuausrichtung nimmt Gestalt an

Völlig überraschend kommt die Meldung allerdings nicht. Bereits im September hatte die Wochenzeitung "Die Zeit" über einen Stellenabbau in der genannten Größenordnung berichtet und im November hatte Bankchef Martin Blessing angekündigt, auf die Kostenbremse zu treten.

Vor allem im Privatkundengeschäft will sich die Bank neu aufstellen. Dazu werde man kräftig in die Neuausrichtung investieren, so soll vor allem das Online-Geschäft stärker mit dem Filialgeschäft verbunden werden. Bereits seit diesem Jahr testet die Bank ein neues Filialsystem mit unterschiedlichen Filialtypen - von der großen Hauptfiliale bis hin zum einfachen Servicepunkt.

"Es geht nicht darum, Filialen zu schließen," hatte Privatkundenvorstand Martin Zielke jüngst erklärt. "Aber wir prüfen, wie wir die Berater effizienter einsetzen können. Sie sollen dann verfügbar sein, wenn die Kunden sie brauchen".

Harter Wettbewerb

Schon lange ist das stationäre Filialsystem mit seinen starren Öffnungszeiten den Verantwortlichen in den Banktürmen ein Dorn im Auge. Im ohnehin stark umkämpften Geschäft mit dem privaten Kunden sind die Margen in Deutschland niedrig, die Filialdichte ist aufgrund der zahlreichen Sparkassen- und Volksbank-Filialen hoch.

Erst im Jahr 2010 hatte sich die schwedische SEB aus dem Privatkundengeschäft verabschiedet und ihre Filialen, die Verkaufspunkte der einstmaligen BfG-Bank, an die spanische Santander Bank verkauft. Diese betreibt seitdem ein extrem kostenorientiertes Massengeschäft reinsten Wassers, im Fachjargon "Retail-Banking" genannt. Ein Zukunftsmodell auch für die Commerzbank?

Aktie an Dax-Spitze

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die Commerzbank-Aktie reagiert im frühen Handel mit einem Aufschlag von 1,5 Prozent. Börsianer verweisen jedoch darauf, dass Gerüchte um einen Stellenabbau schon länger im Markt sind.

Die Aktie hätte einen Schub allerdings bitter nötig. Nicht nur, dass es im letzten Jahr der einzige Dax-Wert ohne Dividende war (dieses Jahr tritt ThyssenKrupp dazu), das Papier dümpelt nach zahlreichen Kapitalerhöhungen auch auf historisch niedrigen Kursen zwischen einem und zwei Euro.

tagesschau24 Xetra-Schluss-Bericht vom 21.05.2013

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