Seitenueberschrift

Energie

Eon-Zentrale in Düsseldorf

Historischer Verlust

Kapitalvernichter Eon vor traurigem Rekord?

Stand: 10.11.2015, 09:08 Uhr

Kann es noch schlimmer kommen für die Eon-Aktionäre? Laut einem Medienbericht hat der Energiekonzern in den ersten neun Monaten 2015 den größten Verlust der Konzerngeschichte verbucht.

Das Unternehmen werde am Mittwoch bei der Vorlage des Zwischenberichts für die ersten drei Quartale einen Nettoverlust von mehr als fünf Milliarden Euro ausweisen, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Konzernkreise.

So einen Fehlbetrag hat weder Eon seit der Gründung im Jahr 2000 noch eines seiner zahlreichen Vorgängerunternehmen jemals verbucht.

Kohle- und Gaskraftwerke zehren am Gewinn

Schuld sind angeblich Wertberichtigungen in einer Höhe von mehr als acht Milliarden Euro. Die Abschreibungen seien angeblich vor allem in der traditionellen Stromproduktion angefallen – also bei den Kohle- und Gaskraftwerken.

Der Boom bei Wind- und Solarenergie führt hier zu einem Verdrängungswettbewerb, entsprechend dramatisch fallen die Preise im Stromgroßhandel. Binnen vier Jahren hat sich der Preis für eine Megawattstunde von 60 auf knapp unter 30 Euro halbiert.

Allzeittief im Visier

Wird die Eon-Aktie ihrem Ruf als einer der größten Kapitalvernichter im Dax also mal wieder gerecht? Fakt ist: Der Dax-Titel gerät vor dem Hintergrund des negativen Presseberichts zu Handelsauftakt deutlich unter Druck. In den ersten Handelsminuten fällt er bis zu 1,4 Prozent auf 9,33 Euro.

Seit ihren Allzeit-Tief bei 7,08 Euro im September hatte die Eon-Aktie mehr als 30 Prozent zulegen können. Diese gesamte Erholungsbewegung steht jetzt auf dem Spiel. Ein Rutsch unter das markante Oktober-Tief bei 8,85 Euro würde eine neue dynamische Abwärtsrunde einleiten. Anleger müssten sich auf einen Test des Allzeittiefs einstellen.

Leidensfähigkeit ist gefragte Tugend

Doch wer Eon-Aktionär ist, muss ja ohnehin vor allem eines sein: leidensfähig! Die Eon-Aktie hat binnen Fünf-Jahresfrist 57 Prozent an Wert verloren. Noch schlechter lief es nur für die Commerzbank (minus 72 Prozent) und RWE (minus 74 Prozent).

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
5,92
Differenz absolut
0,22
Differenz relativ
+3,92%

Wen es beruhigt: Der Medienbericht dürfte auch einige Analysten auf dem falschen Fuß erwischt haben. So hat etwa die Investmentbank Goldman Sachs erst in der vergangenen Woche ihre Kaufempfehlung für Eon erneuert, Kursziel: 15,90 Euro.

ag

Darstellung: