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Rohstoffe

Gewinneinbruch im zweiten Quartal

K+S spürt doch sinkende Kalipreise

Noch am Wochenende hatte K+S-Chef Norbert Steiner getönt, von sinkenden Kalipreisen sei noch nichts zu spüren. Das war aber nur die halbe Wahrheit. Im Jahresvergleich sind die Preise für den Rohstoff durchaus gesunken - mit entsprechenden Folgen für den Quartalsgewinn.

K+S KALI GmbH Kammer des K+S-Salzbergwerkes in Bernburg

K+S KALI GmbH Kammer des K+S-Salzbergwerkes in Bernburg . | Bildquelle: Montage: boerse.ARD.de, photos.com

Unter anderem wegen geringerer Preise für Kali- und Magnesiumprodukte hat der Kasseler Konzern im abgelaufenen zweiten Quartal ein Viertel weniger verdient. Das Betriebsergebnis (Ebit I) sei im Jahresvergleich um 25,7 Prozent auf 162,6 Millionen Euro gesunken, teilte der Dax-Konzern am Morgen mit.

Analysten hatten im Schnitt mit 165 Millionen Euro gerechnet. Hauptgrund für den Rückgang sind im Jahresvergleich niedrigere Kalipreise sowie geringere Absatzmengen gegenüber dem starken Vorjahresquartal. Tatsächlich musste K+S zwischen April und Juni auch einen Umsatzeinbruch um 12,2 Prozent auf 874,5 Millionen Euro hinnehmen.

Außerhalb Europas verkaufte der Kasseler Konzern sein Kali im zweiten Quartal für rund 401 Dollar die Tonne. Im zweiten Quartal 2012 waren es noch 457,70 Dollar je Tonne. In Europa lag der Preis bei 311,7 (nach 319,50) Euro die Tonne. Immerhin sieht K+S-Chef Norbert Steiner derzeit keine unmittelbaren Folgen der jüngsten Turbulenzen um das osteuropäische Kartell BPC. "Wir sehen in Brasilien derzeit einen Kali-Preis von 400 Dollar pro Tonne", sagte Steiner am Dienstag gegenüber Reuters. Bei "Preisdumping" durch Konkurrenten schloss der Manager rechtliche Schritte nicht aus.

Keine neue Jahresprognose

K+S
K+S: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
23.74
Differenz absolut
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Eine Prognose für das Gesamtjahr wagt das Unternehmen nicht, nachdem Steiner erst vor einer Woche die Geschäftsziele für dieses Jahr gekippt hatte. Ursprünglich war geplant, das operative Ergebnis im Vergleich zum Jahr 2012 (804,1 Millionen Euro) leicht steigern zu können. Für das erste Halbjahr weist K+S ein operatives Ergebnis von 440,5 Millionen Euro aus, rund sechs Prozent unter dem Wert des Vorjahres.

Dennoch hält das Unternehmen am Bau eines neuen Kaliwerks in Kanada fest. Dadurch sind die Investitionen im zweiten Quartal auf 191,3 Millionen Euro gestiegen, fast doppelt soviel wie im Vorjahresquartal.

Zunächst kamen die Zahlen von K+S nicht gut an und die Aktie musste die gestrigen Kursgewinne wieder vollständig abgeben. Am Dienstagnachmittag erholte sich der Kurs wieder etwas.

Markt in Aufruhr

Die Kündigung der russisch-weißrussischen Kali-Allianz durch den russischen Konzern Uralkali hatte Ende Juli für ein Erdbeben im globalen Düngemittel-Markt gesorgt. Uralkali-Chef Wladislaw Baumgertner hatte stark fallende Kali-Preise prognostiziert. Daraufhin waren die Kurse der großen Kali-Produzenten weltweit in den Keller gestürzt.

Auch das noch - K+S mit enttäuschender Halbjahresbilanz [ARD-Börsenstudio]

lg

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