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US-Börsenaufsicht greift durch

JP Morgan und Credit Suisse am Pranger

Weil sie ihren Kunden faule verbriefte Wertpapiere, so genannte Asset Backed Securities (ABS), verkauft haben, müssen JP Morgan und Crédit Suisse nun Strafen in dreistelliger Millionenhöhe zahlen.

Die US-Börsenaufsicht SEC kassiert von den beiden Banken im Rahmen eines Vergleichs insgesamt 417 Millionen Dollar. Die Konzerne, so der Vorwurf, hätten Investoren miese Kreditverbriefungen angedreht und ihnen damit hohe Verluste eingebrockt.

Das Geld werde den Geschädigten zugutekommen, erklärte die SEC am Wochenende. Bei den Wertpapieren handelt es sich um sogenannte Residential Mortgage Backed Securities (RMBS). Banken hatten zu Zeiten des Immobilienbooms in den USA massenhaft Eigenheimkredite zu Paketen gebündelt und an Investoren weiterverkauft. Dabei wurde in vielen Fällen die Qualität der Kredite und die Solvabilität der Schuldner zu rosig dargestellt. Diese Verbriefungen gelten allgemein als die Ursache der Finanzkrise.

JPMorgan Chase muss mit 297 Millionen Dollar den größeren Brocken in dem Vergleich schlucken; auf die Credit Suisse entfallen 120 Millionen Dollar. Beide Institute bestätigten die Einigung, die einen Schlussstrich unter die Ermittlungen der Börsenaufsicht zieht. Beide Banken räumten allerdings keinerlei Schuld ein.

Erste Strafzahlungen bereits 2011

Credit Suisse betonte, dass ihr die SEC nur Fahrlässigkeit vorwerfe, aber kein vorsätzliches oder grob fahrlässiges Fehlverhalten. JPMorgan verwies darauf, dass der Großteil der beanstandeten Geschäfte noch auf die Investmentbank Bear Stearns zurückgehe, die 2008 übernommen wurde.

Erst vor einem Monat hatte der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman wegen der gleichen Sache öffentlichkeitswirksam Klage gegen JPMorgan Chase eingereicht. Der US-Branchenprimus hatte bereits im Juni 2011 wegen fragwürdiger Geschäfte mit Hypothekenpapieren 154 Millionen Dollar an die SEC gezahlt, die Citigroup musste im Oktober des gleichen Jahres 285 Millionen Dollar abdrücken.

Prominentester Fall

Der prominenteste derartige Fall liegt jedoch noch weiter zurück: Goldman Sachs stand 2010 wochenlang wegen seiner Geschäftspraktiken am Pranger und überwies am Ende 550 Millionen Dollar an die SEC. Auch hier wurde die Sache durch einen Vergleich beendet. Das ist üblich, um die komplizierten und damit auch teuren Verfahren abzukürzen.

Stand: 18.11.2012, 13:53 Uhr

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