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Banken

JPMorgan Chase Gebäude in New York

Größte US-Bank

JPMorgan hat sich gesund gespart

Stand: 14.01.2016, 14:18 Uhr

Während die Deutsche Bank-Aktie wieder auf Finanzkrisen-Niveau abgestürzt ist, notieren die Papiere von Amerikas größter Bank, JPMorgan, derzeit fast dreimal so hoch wie 2009. Auch heute überrascht der Konzern positiv.

Dank massiver Kosteneinsparungen hat JPMorgan das vierte Quartal 2015 mit einem Gewinnsprung abgeschlossen. Der Reingewinn stieg um gut zehn Prozent auf 5,43 Milliarden Dollar. Je Aktie ergab sich damit ein Gewinn von 1,32 Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 1,25 Dollar gerechnet.

Im Gesamtjahr verdiente der US-Branchenprimus unter dem Strich 24,4 Milliarden Dollar und damit 2,7 Milliarden Dollar mehr als vor einem Jahr. Damit dürfte eine einzige Bank mehr verdienen als die gesamte Finanzbranche in Deutschland zusammen, Sparkassen und Genossenschaftsbanken eingerechnet. Einer der Erfolgsfaktoren der US-Banken sind die massiven Einsparungen der letzten Jahre.

Kosten runter, Einnahmen stabil

So sind etwa bei JPMorgan allein 2015 die Gesamtkosten - ohne Zinszahlungen - um 7,4 Prozent auf 14,26 Milliarden Dollar gsunken, während die Einnahmen mit 23,7 Milliarden Dollar stabil blieben. Auch musste das Institut zuletzt deutlich weniger Geld für juristische Altlasten zurücklegen. Vorstandschef Jamie Dimon zeigte sich insgesamt zufrieden - trotz einiger Bremsspuren an den Märkten in den vergangenen Monaten. "Das hat in unserem Handelsgeschäft und der Vermögensverwaltung Spuren hinterlassen."

Der Flaute im Handel zum Jahresausklang konnte sich aber auch der Branchenprimus nicht entziehen. Im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren gingen die Einnahmen um drei Prozent zurück auf 2,6 Milliarden Dollar. Mehr Freude macht dem Geldhaus im Moment das klassische Kreditgeschäft, das nach Dimons Angaben wächst. Mit der Zinswende der US-Notenbank Fed im Dezember steigt nun auch die Hoffnung der Banken, selbst bald wieder mehr an Krediten zu verdienen.

US-Banken sparen sich gesund

Nach Schätzungen von Bloomberg werden die sechs größten Banken der USA im vierten Quartal den höchsten Gewinn seit 2006 einstreichen. Insgesamt dürfte er auf 19,9 Milliarden Dollar steigen. Die hohe Gewinnsumme kommt dadurch zustande, dass die Banken massiv ihre Kosten senken und Sparprogramme durchführen. Im vierten Quartal des Jahres 2015 haben die sechs Institute 61,8 Milliarden Dollar für Personal, Marketing und Immobilien ausgeben - das ist die niedrigste Summe für diese Ausgaben seit sieben Jahren. Und das schraubt den Gewinn in die Höhe.

Der Aktienkurs von JPMorgan steigt im vorbörslichen Handel um 0,5 Prozent. JPMorgan ist das erste große amerikanische Geldhaus, das seine Zahlen für das abgelaufene Jahr vorlegt. Am morgigen Freitag folgen die Quartalsberichte von Citigroup und Wells Fargo.

Die europäischen Banken sind erst zum Monatsende dran. Die Deutsche Bank etwa veröffentlicht ihre Bilanz am 28. Januar. Hier hat der neue Vorstandschef John Cryan bereits gewarnt, wenn kein Wunder geschehe, werde das Geldhaus 2015 wegen der massiven Umbaukosten und Belastungen aus Rechtsstreitigkeiten mit einem Verlust abschließen.

lg

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