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Technologie

Optik-Fertigung in der Jenoptik Optical Systems GmbH

Aktie unter Druck

Jenoptik: Zu hohe Erwartungen

Stand: 26.01.2016, 10:03 Uhr

Von ihren Tiefständen hatten sich die Jenoptik-Aktien im vergangenen Jahr gut erholt. Doch die Erwartungen der Analysten an die Entwicklung des TecDax-Konzerns waren offenbar zu hoch geschraubt.

"Wir kehren 2015 auf unseren erfolgreichen Wachstumspfad zurück und rechnen mit deutlichen Verbesserungen bei Umsatz und Ertrag", versprach Jenoptik-Chef Michael Mertin seinen Aktionären vor einem Jahr. Er hat Wort gehalten.

Nach den am Morgen vorgelegten vorläufigen Jahreszahlen ist der Umsatz im vergangenen Jahr auf 670 Millionen Euro gestiegen, nach 590 Millionen zuvor. Das operative Ergebnis kletterte von 51,6 auf 61 Millionen Euro. Dazu trug vor allem die Sparte Verteidigung & Zivile Systeme mit ihren Energie- und Sensorsystemen bei. Aber auch im Geschäft mit Laseranlagen im Segment Laser & Optische Systeme stiegen die Erlöse. Zudem zogen die Umsätze für Verkehrssicherheitssysteme, die zur Messtechnik-Sparte gehört, in Europa dank der jüngsten Zukäufe deutlich an.

Deutliche Belebung in der zweiten Jahreshälfte

Besonders im dritten und vierten Quartal habe sich das Geschäft von Jenoptik nach einem verhaltenen Jahresstart deutlich belebt. "Wir sind strategisch richtig aufgestellt und werden angesichts der aktuellen Geschäftserwartungen 2016 unseren Kurs des profitablen Wachstums fortsetzen", sagte Mertin. Die Debatte über die Einschränkung von Rüstungsexporten - Jenoptik stellt auch Bauteile für Panzer, Flugzeuge und Waffensysteme her - ist verklungen. Die endgültigen Jahreszahlen legt das Unternehmen am 22. März vor.

Zu dumm nur, dass die Zahlen unter den Erwartungen der Analysten liegen. Besonders der Auftragseingang und die Gewinnmarge seien etwas schlechter als erhofft ausgefallen, sagte Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank. Entsprechend enttäuscht reagieren die Anleger: Die im TecDax notierte Aktie verliert am Morgen mehr als vier Prozent und ist der schwächste Wert im Index.

Ausblick verhalten positiv

Dabei hatte sich das Papier nach einem Rücksetzer im Juni auf rund 10 Euro wieder kräftig erholt und war bis Ende des Jahres auf 15 Euro angestiegen. Allerdings dürfte auch der verhaltene Ausblick die Anleger nachdenklich stimmen, obwohl die Unternehmensführung weiterhin Zuversicht vermittelt.

"Unser Ausblick für 2016 ist trotz der weltweit unsicheren Rahmenbedingungen verhalten positiv", sagte Unternehmenschef Mertin. Für das laufende Jahr erwartet Jenoptik, dass Umsatz und Ergebnis moderat aus eigener Kraft wachsen werden.

lg

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