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Technologie

Apple-Chef Tim Cook präsentiert auf die neue Apple Watch

Verkäufe offenbar stark gesunken

Ist die Apple-Uhr ein Ladenhüter?

Stand: 08.07.2015, 13:25 Uhr

Reißender Absatz sieht anders aus: Die im Frühjahr mit dem üblichen Tamtam vorgestellte High-Tech-Armbanduhr von Apple findet in den USA immer weniger Käufer.

Glaubt man den Zahlen des im kalifornischen Palo Alto ansässigen Marktbeobachters Slice Intelligence, sind die Verkaufszahlen der neuen Apple-Uhr dramatisch eingebrochen - zumindest in den USA. Von 200.000 Exemplaren pro Tag oder 1,5 Millionen in der ersten Woche der Verfügbarkeit im April sei die Zahl der verkauften Uhren inzwischen auf 20.000 pro Tag gesunken. An manchen Tagen, so der Marktbeobachter, gingen in den USA täglich nur 10.000 Exemplare über die Warentheke.

Auch handele es sich bei den verkauften Uhren zu zwei Dritteln um die günstigste Sport-Version, die in Amerika für 349 Dollar angeboten wird, während das ausgereiftere und teurere Modell 549 Dollar kostet. Zudem berichten die Marktbeobachter von Slice Intelligence, dass von dem 10.000 Dollar teuren Gold-Modell weniger als 2.000 Exemplare verkauft worden seien.

Gigantische Erwartungen

Apple selbst hat die Schätzungen bisher nicht kommentiert, weigert sich aber auch beharrlich, eigene Verkaufszahlen zu nennen - zum Ärger vieler Analysten. Sind die doch daran gewöhnt, dass der Technologiekonzern nach dem Start neuer Produkte stets bekannt gegeben hat, wie der Verkauf angelaufen ist.

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
86,21
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Dabei sind die Erwartungen an die Apple-Uhr gigantisch: Die Investmentbank J.P. Morgan geht davon aus, dass Apple allein im ersten Verkaufsjahr 26 Millionen Exemplare der Uhr absetzen wird - fast so viele Uhren, wie die Schweiz jährlich exportiert. Zum Vergleich: Als das iPad 2010 auf den Markt kam, verkaufte Apple im darauffolgenden Geschäftsjahr 32 Millionen Stück.

Ein Grund zur Sorge für die Anleger?

Müssen sich die Anleger also Sorgen machen? Ja und nein, meinen die Analysten. Sie verweisen darauf, dass der Verkauf der Uhr nur einen verschwindend kleinen Teil der Gesamterlöse des Konzerns ausmacht - geschätzte vier Prozent. Andererseits soll die Uhr die Abhängigkeit Apples vom iPhone reduzieren und neue Märkte erschließen, so dass diesem seit langem erwarteten Produkt eine hohe Erwartungshaltung vorauseilte.

Für negative Schlagzeilen sorgten bereits die jüngsten Verzögerungen bei der Auslieferung der Uhr. Wegen defekter Bauteile hatte sich die Verfügbarkeit der Uhr zuletzt verspätet. Kunden mussten nach Vorbestellungen bis zu sechs Wochen auf ihre Uhr warten. Ob der in den USA beobachtete Rückgang der Verkäufe auch damit zu tun hat, ist unklar.

Analysten gehen aber weiter davon aus, dass Apple im zurückliegenden zweiten Quartal die Erwartungen übertreffen könnte und mehr als die prognostizierten 1,77 Dollar pro Aktie verdient haben dürfte. Somit habe die seit Wochen konsolidierende Aktie noch erhebliches Steigerungspotenzial.

lg

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