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Nach dem Kursabsturz

Ist Apple wirklich ein Schnäppchen?

von Angela Göpfert

Die Apple-Aktie hat einen verheerenden Kursabsturz hinter sich. Aktuell notiert der einstige Börsenliebling auf einem Zehn-Monats-Tief. Doch ist das wirklich die günstige Gelegenheit, auf die viele Anleger gewartet haben?

Kurs-Kurve der Apple-Aktie auf einem IPhone

Die fallende Kurs-Kurve der Apple-Aktie auf einem iPhone-Display

Für schlappe 510 Dollar ist eine Apple-Aktie derzeit zu haben. Noch vor wenigen Monaten mussten Anleger knapp 200 Dollar mehr auf den Tisch legen, um ein Papier des iPhone-Herstellers zu ergattern. Der dramatische Kursverfall spiegelt sich auch im Kurs-Gewinn-Verhältnis wider: Dieses beträgt mit Blick auf den von Analysten erwarteten Gewinn für das Geschäftsjahr 2012 derzeit gerade einmal 11,6 Prozent.

Für fundamental orientierte Investoren, die gerne mit Kennziffern wie dem KGV argumentieren, ist dies ein klarer Fingerzeig: Die Börse honoriere aktuell die Gewinnaussichten des Apple-Konzerns nicht genügend, die Aktie sei "unterbewertet", ist immer wieder zu lesen und zu hören.

KGV wenig aussagekräftig

Doch stimmt das wirklich? Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass eine Fokussierung auf das KGV nicht unbedingt sinnvoll ist, wenn es darum geht zu beurteilen, ob die Apple-Aktie nun "billig" oder "teuer" ist.

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr
Kurs
341.50
Differenz absolut
0.69
Differenz relativ
+0.20%
Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Nasdaq für den Zeitraum 1 Jahr
Kurs
442.14
Differenz absolut
0.79
Differenz relativ
+0.18%

So war das KGV im Jahr 2004 mit 45 am höchsten: Just also in jenem Jahr, in dem die Apple-Aktie ihre furiose Rally von 12 bis auf 705 Dollar startete. Anleger, die sich damals auf die Signale des KGV verlassen hatten, waren schlecht beraten.

Fakt ist: Das KGV sagt recht wenig darüber aus, ob man nun eine Aktie kaufen sollte oder nicht. Diese Kennziffer deutet lediglich an, welchen Wert der Markt aktuell dem künftigen Gewinnfluss eines Unternehmens beimisst. Und welcher Anleger will sich schon bewusst gegen den Markt stellen? Mehr zu den Fallstricken des KGV lesen Sie in unserem Hintergrund-Artikel.

Chance vertan

Weit sinnvoller als die fundamentale Analyse hat sich gerade bei der Apple-Aktie die technische Analyse erwiesen. Durch die technische Brille betrachtet sieht es dabei für die Apple-Aktie derzeit nicht allzu rosig aus.

Der Titel hat die Chance auf Ausbildung eines Doppelbodens vertan. Diese klassische charttechnische Umkehrformation hat nämlich nur dann einen bullischen Charakter, wenn der zweite Boden höher liegt als der erste.

Im Fall von Apple verhält es sich genau umgekehrt: Nach der Markierung des Allzeithochs bei 705,07 Dollar im September war der Titel bis auf 505,75 Euro im November abgestürzt.

Fibonacci at work

Im Anschluss arbeitete sich die Apple-Aktie "vorschriftsgemäß" bis auf knapp 600 Dollar nach oben. "Vorschriftsgemäß" deshalb, weil diese runde Marke ungefähr dem 50-Prozent-Fibonacci-Retracement des vorangegangenen Absturzes entspricht. Auf dieser Höhe verläuft derzeit auch die wichtige 200-Tage-Linie.

Doch die Apple-Aktie prallte von diesem Kreuzwiderstand nach unten ab, markierte am vergangenen Freitag bei 505,58 Dollar ein neues Zehn-Monats-Tief und sandte damit ein klares technisches Verkaufssignal.

Sollte die Apple-Aktie allerdings wider Erwarten das derzeitige negative technische Szenario negieren und anziehen, sollte die beschriebene mächtige Widerstandszone bei 600 Dollar die erste Anlaufmarke sein. Erst bei einem Überwinden der runden Marke würde sich das technische Bild grundlegend aufhellen.

tagesschau24 Xetra-Schluss-Bericht vom 21.05.2013

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