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Aktien

Investor aus Katar springt bei

Anleger bejubeln Solarworld

Medien berichten, dass der Rettungsplan für den angeschlagenen Solarmodulhersteller so gut wie fertig ist. Für die Anleger ist der Montag deshalb ein Freudentag: Die Aktie macht einen Riesensatz nach vorn.

Schild

Das Papier springt bis zum frühen Nachmittag um fast 30 Prozent an. Am Freitag hatte die Aktie in einem freundlichen Gesamtmarkt etwa zwei Prozent auf 68 Cent verloren. Heute kratzt das Papier wieder an der Marke von 90 Cent. Offenbar rechnen einige Investoren damit, dass die Chancen für das Unternehmen gestiegen sind.

Dabei ist das, selbst wenn ein Rettungsplan erstellt würde, keinesfalls sicher. Schließlich leidet derzeit die gesamte Branche in Deutschland unter der billigen Konkurrenz aus China. Im ersten Quartal war Solarworld zudem tief in die roten Zahlen gerutscht. Solarworld ist mit rund 900 Millionen Euro verschuldet.

LBBW-Analyst Erkan Aycicek bleibt kritisch: "Es ist zu früh, um euphorisch zu sein." Equinet-Analyst Stefan Freudenreich sagte: "Die Wahrscheinlichkeit, dass das Unternehmen bestehen bleibt, ist gestiegen." Die neue Lage sei gut für die Mitarbeiter, unterstreicht Freudenreich. "Für die Anleger sieht das natürlich anderes aus." Ihnen blieben nach dem Plan nur 3,6 Prozent an Solarworld.

Warten Sie mal ab

Medien hatten am Wochenende berichtet, dass sich das Unternehmen habe sich mit einem Investor aus dem Emirat Katar und einem Großteil seiner Gläubiger auf wichtige Details der künftigen Finanzstruktur geeinigt. Vorstandschef Frank Asbeck wollte den Bericht am Wochenende nicht kommentieren: "Kann ich nicht bestätigen", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. "Warten Sie mal Montag, Dienstag ab."

Solarworld: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
35.00
Differenz absolut
-0.50
Differenz relativ
-1.41%

Das "Wall Street Journal" berichtet, dass das Unternehmen Qatar Solar Technologies 35 Millionen Euro im Rahmen einer Kapitalerhöhung für etwa 30 Prozent der Solarworld-Anteile ausgeben wolle. Zudem sei zu erwarten, dass es eine Wandelanleihe zeichnen werde, die noch einmal ungefähr 200 Millionen Euro in die Kasse spülen dürfte. Unternehmensgründer Asbeck selbst wolle 11 Millionen Euro beisteuern.

Aus Kleinaktionären werden Miniaktionäre

Der Firmengründer Frank Asbeck und der katarische Partner Quatar Solar Technologies sollen auf knapp unter 50 Prozent der Anteile kommen, wie zwei Insider erzählen. Für die Kleinaktionäre bleiben wie gesagt nur 3,6 Prozent. Der Rest soll künftig den bisherigen Gläubigern gehören, darunter der Hedgefonds Strategic Value Partners (SVP), der einen Großteil der Schuldscheine aufgekauft hat.

Der Bonner Konzern bekäme mit der Einigung rund zwei Drittel seiner mehr als 900 Millionen Euro Schulden los. "Für 300 Millionen Euro kann Solarworld den Schuldendienst gerade so leisten", sagte einer der Verhandlungsteilnehmer.

Es bleibt aufregend

Sollten alle Schuldscheingläubigern zugestimmt haben, hätte Solarworld allerdings nur die erste Hürde übersprungen. Danach muss der Sanierungsplan den Gläubigern zweier Anleihen über zusammen 550 Millionen Euro vorgelegt werden, die mit den Schuldscheingläubigern gleich behandelt werden sollen.

Sie treffen sich am 8. und 9. Juli in Bonn und müssten den Plan mit 75 Prozent billigen. Dazu müssten aber 50 Prozent der Zeichner anwesend sein - nach Ansicht von Experten kaum erreichbar. Bei einer zweiten Versammlung, die zwei Wochen später stattfinden könnte, reicht ein Quorum von 25 Prozent.

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