Innogy-RWE-Zentrale in Essen

Operativ besser Innogy will von Übernahme nichts wissen

Stand: 11.08.2017, 15:30 Uhr

Die RWE-Ökostromtochter Innogy hat im ersten Halbjahr besser abgeschnitten. Allerdings nur, wenn man über viele unangenehme Faktoren großzügig hinwegsieht. Zum Thema Übernahme redet der Chef Klartext.

Das MDax-Mitglied verbesserte im ersten Halbjahr sein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 2,3 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Das bereinigte Ebit legt um 3,5 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zu. Positiv wirken sich dabei geringere Kosten für den Betrieb und die Instandhaltung der deutschen Stromnetze aus.

Ertragsperle blieb das Geschäft mit den Strom- und Gasnetzen. Hier stieg das operative Ergebnis um ein Fünftel auf 1,1 Milliarden Euro. Wegen der geringeren Produktion von Wind- und Wasserkraftstrom aufgrund des windstillen und trockenen Wetters sank das Ergebnis bei den Erneuerbaren Energien. Hier schrumpfe das Ergebnis um 18 Prozent auf 179 Millionen Euro. Im Strom- und Gasvertrieb ging das Ergebnis um acht Prozent auf 588 Millionen Euro zurück.

Auch der anhaltend intensive Wettbewerb in Großbritannien drückte das Ergebnis auf minus zwölf Millionen Euro. Hier kämpft Innogy mit einem Rückgang der Kundenzahl und Problemen bei der Abrechnung. "Die Wettbewerbssituation im britischen Vertriebsgeschäft bleibt sehr angespannt", erklärte das Unternehmen. Nach Kundenverlusten im ersten Quartal habe die britische Tochter Npower im zweiten Quartal zwar rund 50.000 Kunden gewonnen. Allerdings konnten Kunden teilweise nur dadurch gehalten werden, dass ihnen günstigere Konditionen angeboten wurden. Kostensenkungen konnten dies zumindest teilweise kompensieren, erklärte Finanzvorstand Bernhard Günther.

Das inklusive allerdings Sonderfaktoren ermittelte Nettoergebnis fällt dann doch deutlich unerfreulicher aus. Es sank um fast ein Viertel auf 817 Millionen Euro.

Prognose steht

Für das laufende Geschäftsjahr sieht sich das Unternehmen auf Kurs, seine Ziele zu erreichen und bekräftigte die Prognose. Demnach soll das bereinigte Ebitda von 4,2 auf 4,4 Milliarden Euro steigen. Das bereinigte Nettoergebnis soll voraussichtlich bei über 1,2 Milliarden Euro liegen und damit den Wert des Geschäftsjahres 2016 um mindestens sieben Prozent übertreffen.

Keine Übernahme in Sicht

Der Innogy-Chef hält von einer möglichen Konsolidierung in der europäischen Versorgerbranche nicht allzu viel. "Nicht nur die Presse macht hier relativ viel heiße Luft. Es sind natürlich auch viele Banken unterwegs, die im Eigeninteresse natürlich gerne beraten und da auch ihre Gebühren abkassieren", sagte Peter Terium am Freitag auf einer Telefonkonferenz mit Journalisten. "Das hat alles keine geschäftliche Grundlage. Ich würde das mit Vorsicht genießen wollen, was da an Gerüchten durch die Gegend getragen wird." Innogy brauche auch keinen strategischen Partner.

Die Innogy-Aktie reagierte mit Kursverlusten von bis zu gut zwei Prozent auf 36,03 Euro im elektronischen Handelssystem Xetra.

RWE-Welt

RWE und Innogy. | Bildquelle: boerse.ARD.de, Grafik: boerse.ARD.de

ME

Darstellung: