Arbeiter auf einer Einfamilienhaus-Baustelle

Deutsche Wohnen und TLG Immobilienkonzerne verdienen prächtig

Stand: 11.08.2017, 11:25 Uhr

Mit Deutsche Wohnen und TLG legten am Freitag gleich zwei Unternehmen aus der Branche ihr Zahlenwerk vor. Beide konnten ihr Ergebnis im ersten Halbjahr zweistellig steigern - und beide Aktien fallen.

Deutschlands zweitgrößter Wohnimmobilien-Konzern Deutsche Wohnen konnte dank der anhaltend hohen Nachfrage nach Wohnraum in Ballungszentren seinen Gewinn erneut steigern. Dazu trug ebenfalls das kleinere Geschäftsfeld Pflege und Betreutes Wohnen bei. Dessen Pflegeeinrichtungen seien zu 97 Prozent ausgelastet. Auch die Mieten konnten um 3,2 Prozent zulegen. So betrug die durchschnittliche monatliche Vertragsmiete im Bestand im ersten Halbjahr 6,23 Euro je Quadratmeter. Insgesamt verbesserte sich das operative Ergebnis - gemessen an der für die Branche wichtigen Kenngröße Funds from Operations I (FFO I) - im ersten Halbjahr um elf Prozent auf 221 Millionen Euro.

Deutsche Wohnen: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
35,00
Differenz relativ
+0,95%

Für das Gesamtjahr bestätigt der Immobilienriese aus dem MDax seine Prognose und peilt einen FFO I von rund 425 Millionen Euro an. Das Unternehmen setzt weiterhin auf Wachstum und erwarb dafür jüngst einen Teil eines ehemaligen Kasernengeländes in Potsdam. Bis zu 400 Millionen Euro möchte der Immobileinkonzern hier investieren, um rund 1.400 neue Wohnungen zu schaffen. In einem schwachen Markt verliert die Aktie knapp 0,8 Prozent.

TLG Immobilien profitiert ebenfalls

Auch das Unternehmen aus dem SDax konnte sein Ergebnis dank eines wachsenden Immobilienbestands im ersten Halbjahr zweistellig um 21,4 Prozent auf 46,5 Millionen Euro steigern. Zudem erhörte der Vorstand aufgrund von Immobilienankäufen sowie Kosteneinsparungen die Prognose für die FFO im Geschäftsjahr 2017 auf 90 bis 92 Millionen Euro. Zuletzt machte das Unternehmen mit der beabsichtigten Übernahme von WCM auf sich aufmerksam. Da die Baader Bank erst noch abwarten möchte, wie die Übernahme läuft, stuften die Analysten den Titel gestern mit "Hold" und einem Kursziel von 19,50 Euro ein. Die Aktie fällt heute Vormittag um knapp 1,5 Prozent.

Was heißt FFO?

Die "Funds From Operations" (FFO) sind eine wichtige Ergebnisgröße in der Immobilienbranche, um die operative Geschäftsentwicklung zu beurteilen. Die Kennziffer setzt sich zusammen aus dem Ergebnis vor Abschreibungen und Steuern und den Gewinnen aus Verkäufen und Entwicklungsprojekten.

Die Zahl zeigt, wie viel Cash Flow im operativen Geschäft erwirtschaftet wird. Daran orientieren sich zum Beispiel die Dividendenausschüttung an die Aktionäre oder künftige Investitionen des Unternehmens.

kp

Darstellung: