20. Quartal in Folge mit weniger Umsatz IBM schrumpft weiter

Stand: 19.04.2017, 08:18 Uhr

Was ist bloß los mit "Big Blue"? Der IT-Riese hat erschreckend schwache Quartalszahlen präsentiert. Der Umsatzschwund setzte sich fort. Und der Gewinn ging noch stärker zurück. Die Anleger strafen IBM ab.

Nachbörslich sackten die Aktien des weltgrößten IT-Dienstleisters um mehr als fünf Prozent ab. Damit setzt sich die jüngste Kurstalfahrt fort. Anfang März hatte der IBM-Titel in Euro gerechnet ein Rekordhoch von 173,30 Euro erreicht. Danach ging es abwärts.

Prognosen verfehlt

IBM hat es erneut nicht geschafft, den Umsatzschwund zu stoppen. Bereits das 20. Quartal in Folge sanken die Erlöse. In den ersten drei Monaten dieses Jahres ging der Umsatz um 2,8 Prozent auf 18,16 Milliarden Dollar zurück. Der Konzern verfehlte damit erstmals seit gut einem Jahr die Analysten-Prognosen. Die Experten hatten mit höheren Erlösen gerechnet.

Unterm Strich fiel der Nettogewinn um 5,5 Prozent auf 1,75 Milliarden Dollar.

Cloud-Boom kann schwaches Kerngeschäft nicht kompensieren

Erneut vermasselte das schwache Kerngeschäft mit Hardware die Bilanz von IBM. In der Technologie-Sparte, wo der Konzern den größten Teil seiner Einnahmen erzielt, schrumpften die Erlöse um 2,5 Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar. Der Geschäftsbereich verzeichnete damit das erste Minus seit drei Quartalen. Der Umsatz mit Großrechnern und System-Software, wo IBM sich schon länger kein Wachstum mehr verspricht, brach um 17 Prozent ein.

Da konnte auch das hohe Wachstum im Cloud-Geschäft nicht helfen. Der Umsatz mit Cloud-Diensten, bei denen Anwendungen auf Servern im Internet ausgelagert werden, kletterte im ersten Quartal um 33 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar.

Der Konzern tut sich schwer mit dem von Vorstandschefin Ginni Rometty forcierten Wandel vom klassischen Computerhersteller und -Dienstleister zum modernen Anbieter von Cloud-Services, Daten-Analyse, künstlicher Intelligenz und Sicherheits-Software.

Aufbruch in die Cloud

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Das Cloud-Geschäft wird von vielen Branchenkennern als großer Zukunftstrend gefeiert. Die Cloud-Software wird nicht mehr auf Rechnern installiert, sondern ist über das Internet jederzeit auch von Mobiltelefonen oder Laptops verfügbar. Das macht die Software-Nutzung einfacher und kostengünstiger. Und - je nachdem, wo der Cloud-Server steht - auch sicherer, heißt es. Bezahlt wird meist über eine regelmäßige Abo-Gebühr, weshalb man auch von Mietsoftware spricht.

nb

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