Seitenueberschrift

Technologie

Konzernumbau verläuft schleppend

IBM schrumpft weiter

Stand: 20.01.2016, 08:14 Uhr

Der einst weltweit größte Computer-Hersteller muss sich wieder einmal neu erfinden. In der Daten-"Cloud" sucht "Big Blue" seine Zukunft. In der Gegenwart müssen sich Anleger weiter mit matten Quartalszahlen beschäftigen.

Die Aktie zuckte am Abend in New York reflexartig um rund zwei Prozent nach unten. Dabei hatte IBM mit seinem Ergebnis zum abgelaufenen vierten Geschäftsquartal des Jahres 2015 die Erwartungen der Analysten sogar leicht übertroffen.

Sieben Prozentpunkte Währungsverlust

Der andauernde Schrumpfungs-Prozess macht den Nerven der Anleger aber offenbar dennoch weiter zu schaffen. Den 15. Rückgang in Folge gingen die Umsätze bei dem Technologiekonzern Ende 2015 zurück. Mit 22,1 Milliarden Dollar sackten die Erlöse im Quartal um weitere 8,5 Prozent nach unten. Vor allem der starke US-Dollar gegenüber vielen anderen Währungen sorgte für Probleme, laut IBM gehen allein knapp sieben Prozentpunkte des Rückgangs auf dessen Kosten. Aber auch "organisch" bleibt das Unternehmen im Rückwärtsgang.

IBM hatte vor einigen Jahren seine PC-Sparte an den chinesischen Hersteller Lenovo veräußert. Doch auch das vermeintliche Wachstums-Geschäft mit Unternehmens-Servern, Großrechnern und Software scheint immer mehr "old economy" zu sein. Nun will IBM mit dem Cloud-Geschäft und der Auswertung von Daten - Stichwort Big Data - in die Bresche springen. Auch das allerdings verläuft holpriger als vielleicht gedacht. Um den Cloud-Markt muss IBM mit mächtigen Mitbewerbern wie Google, Amazon oder auch den deutschen Software-Riesen SAP in den Ring steigen. Immerhin legte die Sparte beim Umsatz um 17 Prozent.

Nettogewinn sackt ein Fünftel ab

Die wackelnden Geschäftsbereiche und die Kosten des Konzernumbaus belasten weiterhin auch die Ertragslage. Der Nettogewinn sackte um 18,5 Prozent auf 4,46 Milliarden Dollar nach unten.

Besserung ist erst einmal nicht in Sicht. IBM hängt mit seinem Geschäft auch an der allgemeinen konjunkturellen Lage und damit sieht es derzeit alles andere als rosig aus. Regional zeigte sich das zuletzt vor allem in einer Wachstumsschwäche in den "Emerging Markets". Vor allem die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) schwächelten.

Ausblick enttäuscht

Das spiegelt sich im Ausblick das Unternehmens wider, der am Abend präsentiert wurde. Im laufenden Gesamtjahr geht IBM von einem Nettoergebnis von 13,50 Dollar je Aktie aus. Das liegt deutlich unter den bisherigen Erwartungen der Experten, die im Schnitt mit 15 Dollar je Anteilsschein gerechnet haben.

AB

Darstellung: