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Solarworld-Chef Frank Asbeck

Trendwende?

Solarworld-Chef: "Hurra, wir leben noch!"

Stand: 27.03.2014, 16:33 Uhr

Gerade erst ist Solarworld dem Abgrund entronnen. Und schon verkündet der einstige deutsche Solar-Vorzeigekonzern die Trendwende. Die Nachfrage habe seit Jahresbeginn kräftig angezogen. Operativ schwarze Zahlen verspricht Solarworld-Chef Frank Asbeck aber erst für nächstes Jahr.

Der "Sonnenkönig" von Bonn hat trotz der existenziellen Krise, die sein Unternehmen fast in die Reite riss, den Humor nicht verloren. "Der Kunde ist ein scheues Reh, aber das Reh kommt durchaus zurück", scherzte Asbeck auf der Bilanzpressekonferenz  der Solarfirma am Donnerstag.

Asbeck sprüht vor Optimismus

Der Chef von Solarworld strotzte vor Zuversicht gegenüber den Journalisten. "Der Markt ist in Ordnung, und wir haben das Produkt", tönte er. Solarworld habe den chinesischen Wettbewerbern nicht den Gefallen getan, vom Markt zu verschwinden. Insofern könnte die Bilanzpressekonferenz unter der Überschrift laufen: "Hurra wir leben noch", meinte der Solarworld-Chef.

Tatsächlich scheint das Geschäft mit der Sonne wieder in Schwung zu kommen. Die Nachfrage nach Solarworld-Modulen habe sich in Deutschland in diesem jahr erholt. 2013 hatten sich die Kunden wegen der Unsicherheit über die Zukunft von Solarworld mit Käufen zurückgehalten.

Starker Jahresstart

Solarworld: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die ersten beiden Monate 2014 seien "sehr, sehr gut gelaufen", betonte Asbeck. Schon jetzt habe Solarworld 43 Prozent des für das Gesamtjahr angepeilten Absatzes von 820 Megawatt verkauft.

Solarworld will am wachsenden Welt-Solarmarkt partizipieren. 2014 soll die weltweit installierte Solarkapazität von 37 Gigawatt (2013) auf 45 Gigawatt steigen. 2015 sollen es schon 55 Gigawatt sein.

USA und Japan im Fokus

Vor allem in den USA und in Japan boomt das Geschäft. Dort ist Solarworld präsent. China hingegen sei Solarworld de facto verschlossen.

Experten hingegen bezweifeln, dass der Bonner Konzern im außereuropäischen Ausland der große Durchmarsch gelingt. Der Wettbewerb und der Preiskampf seien einfach zu groß.

2015 operativer Turnaround?

Im laufenden Jahr will Solarworld den Umsatz deutlich erhöhen - auf mehr als 680 Millionen Euro. Operativ wird es aber einen neuerlichen Verlust geben. Mit minus 20 bis 35 Millionen Euro fällt dieser aber deutlich geringer aus als im vergangenen Jahr (431,6 Milionen Euro).

Erst 2015 soll es operativ wieder schwarze Zahlen geben. Wann unter dem Strich wieder ein Gewinn gemacht wird, ließ Asbeck offen.

Die Äußerungen Asbecks lassen die Anleger relativ kalt. Die Aktie büßt am Nachmittag rund zwei Prozent ein. Nach einer Berg- und Talfahrt in den letzten Monaten hat sich der Kurs inzwischen nahe 40 Euro etwas stabilisiert.

nb

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